Es ist kein Geheimnis, dass Suits seit Jahren zu meinen Lieblingsserien gehört. Es ist auch kein Geheimnis, dass meine Reviews zu früheren Staffeln der amerikanischen Erfolgsserie zum absoluten Evergreen Content dieses Blogs gehören. Unter den sechs meistgeklickten Beiträgen auf diesem Blog sind drei Suits-Reviews (nämlich die zu Staffel 2, 3 und 5). Aus diesen beiden Gründen habe ich mich sehr darauf gefreut, nun endlich die in Deutschland aktuell neueste Staffel besprechen zu können. Es gibt nämlich drei Dinge, die mich beim Anschauen sehr überrascht haben. Welche das sind, verrate ich weiter unten.

Zum Inhalt

Staffel 6 setzt genau dort an, wo Staffel 5 aufgehört hat: Mike tritt seine Haftstrafe an und er sowie seine Kollegen und Freunde müssen versuchen, diese neue Situation zu meistern. Während Mike sich im Gefängnis mit einem anderen Häftling herumschlägt, der mit Harvey noch eine Rechnung offen und es deswegen auf Mike abgesehen hat, versuchen Pearson, Specter und Litt ihre Kanzlei vor der Insolvenz zu bewahren. Nach Mikes Verurteilung stehen die drei ohne Mitarbeiter da, sodass nur der harte Kern Jessica, Harvey, Louis, Rachel, Donna und Gretchen die Firma über Wasser halten muss. Rachel steht zudem kurz vor Abschluss ihres Jurastudiums und muss wegen Mikes Betrug um ihre Zulassung bangen. Louis hingegen trifft (mal wieder?) die Liebe seines Lebens und scheint es dieses Mal wirklich ernst zu meinen und Donna entdeckt, dass ihr Talent, in jeder Situation den richtigen Spruch auf den Lippen zu haben, vielleicht sogar ein Geschäftsmodell werden könnte. Im Zentrum von Staffel 6 steht dennoch die Frage, wie seine Freunde Mike das Gefängnisleben erleichtern oder seine vorzeitige Entlassung erreichen können, damit sie ihn wieder in ihrer Mitte aufnehmen können.

Die Mutter, die Mentorin und „The Donna“ – was mich in Suits (Staffel 6) überrascht hat

Nach fünf Staffeln wird es nicht unbedingt leichter, den Zuschauer zu überraschen, ohne ihn zu überfordern oder zu verärgern. Die Figuren und das Setting sind vertraut und große Veränderungen liebt der gemeine Serienfan nicht besonders. Hier sind drei Dinge, die ich überraschend fand und die mich als Fan der Serie nicht „verschreckt“ haben, sondern mich positiv zurückließen:

1. Die Mutter

In Staffel 6 passiert es endlich. Das, was ich mir schon für Staffel 4 gewünscht hatte. Die einzige Figur, über die oft gesprochen, die aber nie vorgestellt wurde, erscheint auf der Bildfläche: Die Mutter. Nein, nicht irgendjemandes Mutter, sondern Harveys Mutter! In Staffel 6 springt Harvey über seinen Schatten und besucht seine Mutter, um sich endlich mit ihr auszusöhnen. Im Zuge dieser Versöhnung wird auch erklärt, was es mit dem wirklich hässlichen Entenbild in seinem Büro auf sich hat. Ich hatte schon fast nicht mehr damit gerechnet, dass Harveys Mutter überhaupt noch in die Serie eingeführt wird und fand es sehr befriedigend, dass dieser lose Erzählstrang aufgenommen und geklärt wurde.

2. Die Mentorin

Pearson Hardmann, Person Darby Specter, Pearson Specter, Pearson Specter Litt – die Kanzlei kennt nur eine Konstante: Jessica Pearson, toughe Geschäftsfrau und großartige Anwältin. Als Harveys Mentorin hat sie großen Anteil an seinem Erfolg und beide verbindet eine ganz besondere (platonische) Beziehung. Mit Jessicas Entscheidung, die Kanzlei zu verlassen, endet in Staffel 6 eine Ära. Das Vakuum, das sich daraus ergibt, ermöglicht einen Wechsel an der Spitze, der sich auch auf die Kanzleimentalität niederschlagen und zu Veränderungen in Staffel 7 führen wird. Gleichzeitig bleibt Jessicas Verbundenheit gegenüber ihrer Ex-Kanzlei bestehen, wie das Staffelfinale beweist. Es bleibt spannend, ob das geplante Spinn-Off mit ihr als Hauptfigur wirklich zustande kommt und es dann vielleicht sogar zu Crossover-Folgen mit Suits kommt. Ich wäre definitiv dabei!

3. „The Donna“

Donna Paulsen ist die wohl mit Abstand schlagfertigste (und auch am besten angezogene) Sekretärin aller Zeiten. Kein Wunder also, dass der IT-Kollege Benjamin, der schon seit Ewigkeiten in sie verliebt ist, ein kleines Abspielgerät programmiert, das sie imitieren soll: „The Donna“. So wagen Donna und Benjamin mit dieser Idee den großen Schritt in die Geschäftswelt und finden mit Stu, dem Untermieter der Kanzlei, einen zahlungskräftigen Partner. Allein die Idee, die besten Sprüche einer Person aufzunehmen und ein intelligentes Programm zu erstellen, das diese im richtigen Moment sagt, ist fantastisch. Ich bin jedenfalls „The Donna“-Fan der ersten Stunde!

Harvey: Donna, you are never going to believe what Louis just asked me. 
The Donna: Give me three guesses: He wants to be you, he wants to look like you, he wants to wear your skin as a body suit. 
Harvey: Okay, did you just talk without saying anything?
Donna: What’s the big deal? You do it all the time.
The Donna: Good one Donna, you’re on fire today. 

Fazit

Suits erlebt mit Staffel 6 eine inhaltliche Verschiebung, da sich ein Großteil der Handlung auf interne Themen (Mikes Haftstrafe, Rachels Uniprobleme, Harveys Familienprobleme, Louis Liebesdrama) konzentriert. Dies ist allerdings eine Entwicklung, die auch schon in den beiden Vorgängerstaffeln zu sehen war. Suits ist längst nicht mehr die klassische Anwaltsserie, die sie in den ersten zwei, drei Staffeln war. Sie ist inzwischen eher eine echte Dramaserie, die sich von Case-of-the-week-Szenarien größtenteils verabschiedet hat.

Ich mag diese Entwicklung, weil ich folgenübergreifende Handlungen schätze – ich verstehe aber auch, wenn frühe Fans sich wünschen, die Serie möge sich auf ihre Wurzeln besinnen. Mit den großen Veränderungen, die am Ende von Staffel 7 anstehen (keine Spoiler – Fans werden wissen, worauf ich anspiele) ist eine Rückkehr zu dieser Art des Erzählens aber für mich kaum vorstellbar.

Weiterempfehlung: Im sechsten Jahr ist Suits mehr klassische Drama- als Anwaltsserie als je zuvor. Sie erinnert mich inzwischen ein wenig an The Good Wife und dürfte Fans dieser Serie ebenfalls gefallen.

Habt Ihr Suits, Staffel 6 schon gesehen? Haben Euch die drei von mir genannten Dinge auch überrascht? Und was haltet Ihr von „The Donna“?