Es sieht so aus, als wäre mir im Weihnachtsurlaub wieder eingefallen, dass ich ja einen Blog habe. Das stimmt natürlich nicht, denn ich habe in den letzten Wochen oft daran gedacht, hier etwas zu schreiben.

Aber ganz ehrlich: Die Wochenenden sind so kurz und ich merke zunehmend, dass ich keine Lust mehr habe, meine Freizeit vor dem Laptop zu verbringen. Was das für den Blog langfristig bedeutet, weiß ich aktuell noch nicht. Muss ich aber auch nicht, denn wenn uns 2020 und 2021 eines gelehrt haben, dann dass es sowieso immer als anders kommt als geplant, gedacht oder gewünscht, oder?

Insofern gibt es hier jetzt erstmal einen Beitrag zum Medienkonsum im Herbst, den ich ganz entspannt über die Weihnachtstage geschrieben habe. Es folgen vermutlich noch ein Beitrag zu den Filmen und Serien im November/Dezember sowie eine Text mit meinen medialen Highlights aus diesem wunderlichen Jahr. Denn auf eine Top- und Flopliste 2021 habe ich schon große Lust.

Aber dazu später mehr – los geht es erstmal mit den konsumierten Werken aus September und Oktober. Es sind tatsächlich gar nicht so viele, denn falls ihr euch erinnert: Das war die Zeit, als Wetter und C-Fallzahlen es noch zuließen, Dinge außerhalb der eigenen vier Wände zu unternehmen und wir im griechischen Alphabet noch nicht so weit fortgeschritten waren wie jetzt…

Filme September

Avengers: Endgame (Disney+): Unpopuläre Meinung: Auch wenn „Endgame“ viele Storylines gut beendet, ist der Vorgänger „Infinity War“ für mich der bessere Film. Trotzdem wirklich gelungener Abschluss der Geschichten rund um Iron Man, Captain America und Co. Hat meine Erwartungen erfüllt.

Blade Runner 2049 (Netflix): Ich kenne „Blade Runner“ nicht. Diese Fortsetzung funktioniert aber trotzdem. Visuell absolut großartig, hätte für mich aber auch 30 Minuten kürzer sein können. So umfangreich ist die Story wirklich nicht.

Jackie (Netflix): Natalie Portman spielt Jackie Kennedy, die kurz nach der Ermordung ihres Mannes ein Interview gibt und sich an die Geschehnisse in Dallas, die Tage danach und die Beerdigung erinnert. 100 Minuten, die spannende Einblicke geben, denn der Film beruht auf einem echten Interview.

Palm Springs (Prime): Feel-Good-Zeitschleifenfilm mit Andy Samberg und Cristin Milioti (die ich beide sehr gerne mag). Lustig, albern, aber auch mal ernst und tragisch. Vielleicht der perfekte Film für einen entspannten Kinoabend zu Hause.

Spider-Man: Far From Home (Disney+): Ich mag Tom Hollands Spider-Man und glaube, dass da in den nächsten Jahren noch einige gute Filme auf uns zukommen. Auch Spidys Klassenfahrt durch halb Europa hat Unterhaltungswert. Da ich immer noch nicht wieder ins Kino gehe, werde ich auf den nächsten – „No Way Home“ – im Stream warten müssen (danke für nichts, Corona). Freue mich aber schon sehr darauf.

The Social Network (Netflix, Rewatch): Muss ich mir alle paar Monate einfach angucken. Für mich vielleicht der beste Film ever. Dialoge, Bilder, Soundtrack – hier stimmt einfach alles.

Top Gun (Netflix): Ja gut, hab ich Tom Cruise‘ ersten Hit auch mal gesehen. Hätte ich mir auch schenken können, aber naja.

True Grit (Netflix): Ab und zu muss ich mal in Genres reinschauen, die nicht so meins sind. Western zum Beispiel. Nur um dann wieder festzustellen, dass das Genre nicht so meins ist. Trotzdem guter Film.

Serien September

Brooklyn Nine-Nine (Netflix, Staffel 3): Sie sind mir alle so ans Herz gewachsen. Jake, Amy, Holt, Rosa, Charles, Ich-spreche-von-mir-in-der-dritten-Person-Terry, sogar Gina, Hitchcock und Scully. Auch im dritten Jahr viel Liebe für das chaotischste Polizeirevier New Yorks.

Highlights September

Top-3-Filme

  1. Palm Springs
  2. Jackie
  3. Avengers: Endgame

Top-Serienstaffel September

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 3)

 

Filme Oktober

Black Widow (Disney+): Der Solofilm für Natasha Romanoff war überfällig. Schade, dass es keinen weiteren geben wird, ich mochte die Figur sehr. Und finde auch, dass Black Widow ihr ein würdiges Denkmal beschert.

Café Society (Rewatch, Prime): Wenn ich diesen Film mit einem Wort beschreiben sollte, dann wäre es Melancholie. Traurig-schöne Liebesgeschichte in Hollywood und New York in den 1930ern.

Call Me by Your Name (Prime): Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Film beschreiben soll. Teenager verliebt sich in den 1980ern in den Assistenten seines Vaters, sie verbringen einen unvergesslichen Sommer in Italien – hin- und hergerissen zwischen Gefühlen und Konventionen. Ein Film, der auf jeden Fall nachwirkt.

Cursed (Netflix): Diese Filme, die so schlecht sind, dass sie schon wieder Unterhaltungswert haben. ne? So einer ist „Cursed“. Ehrlich, hier stimmt einfach gar nichts (wirre Story, schlimme Effekte, Logikfehler), aber gerade das hat mir einen unterhaltsamen Nachmittag beschert. Muss man definitiv nicht gucken, kann man aber, wenn man wirklich nichts erwartet. :-D

Drive (Prime): Ich weiß, dass „Drive“ immer wieder in der Liste der besten Ryan-Gosling-Film auftaucht. Weiß nicht, ob ich mich da anschließen kann. Ist die Story nicht etwas dünn? Mir ist vor allem der Soundtrack in Erinnerung geblieben.

Frances Ha (Arte): Ich sagte es schon öfter, aber ich mag Noah Baumbachs Filme – auch wenn „Frances Ha“ nicht mein Favorit ist. Trotzdem bietet die Geschichte um eine erfolglose Tänzerin, deren Leben aus den Fugen gerät, nachdem ihre beste Freundin/Mitbewohnerin auszieht und sie sich ebenfalls eine neue Bleibe suchen muss, viele Anknüpfungspunkte für Zuschauer*innen. Vielleicht in der aktuellen Situation noch einmal mehr, in der man immer wieder merkt, wie abhängig man von bestimmten Gegebenheiten ist und wie schnell Dinge, die immer normal waren, es auf einmal nicht mehr sind.

Free Guy (Disney+): Ist das der am meisten beworbene Film 2021? Ich habe jedenfalls sehr viel Werbung dafür gesehen. Und dann natürlich auch reingeschaut – nur um festzustellen, dass ich wohl falsche Erwartungen hatte. War nett, aber bleibt nicht in Erinnerung.

Jack Reacher: Never Go Back (Netflix): Tom-Cruise-Actionfilm der Kategorie: „Kann man sich angucken, wenn wirklich sonst nichts läuft. Kann man aber auch getrost sein lassen.“ Ich muss wirklich aufhören, mir die Dinger anzuschauen.

Rio (Disney+): Blue, ein ängstlicher, tollpatschiger blauer Ara aus den USA, soll sich zum Erhalt seiner Art in Brasilien mit der selbstbewussten Ara-Dame Jewel paaren. Darauf hat die aber erstmal gar keine Lust. Ob sie doch noch zusammenfinden? Naja, es ist ein Animationsffilm von Disney. ;-)

Rio 2 (Disney+): Blue und Jewel, Runde 2. Bisschen schwächer als der erste, mochte ihn trotzdem.

The Perks of Being a Wallflower (Prime): Coming-of-age-Filme gehen ja eigentlich immer. Und dieser ist einer der schönsten Sorte. Lustig, traurig, ehrlich, mit tollen Schauspielern. Große Empfehlung!

Zombieland: Double Tap (Rewatch, Netflix): Zehn Jahre nach dem ersten Teil leben Wichita, Columbus und Co. immer noch in der Zombieapokalypse. Aber immerhin treffen sie ein paar neue Freunde. Allein für Zoey Deutshs Figur Madison lohnt sich der Film, auch wenn die Story sicherlich nicht viel Neues hergibt. Trotzdem charmante Zombieunterhaltung.

Serien Oktober

Brooklyn Nine-Nine (Netflix, Staffel 4): Ich könnte einfach „siehe oben“ schreiben, denn alles, was dort steht, stimmt auch in Staffel vier weiterhin. Die Hälfte der Serie haben der Herr Koch und ich damit geschafft – und mögen gar nicht daran denken, dass sie nach Staffel 8 wirklich endet.

The Blacklist (Netflix, Staffel 8): Diese Serien, die schon viele Jahre auf dem Buckel haben und immer noch jedes Jahr Staffeln mit 20+ Folgen raushauen, fühlen sich ein bisschen wie eine aussterbende Gattung an. Keine Ahnung, wie lange es dieses Konzept noch geben wird. „The Blacklist“ läuft jedenfalls… und läuft… und läuft. Und ist auch immer noch unterhaltsam, da kann man nichts sagen. Staffel 8 endet mit einem Kracher, der alles verändert – und nun bin ich schon einigermaßen gespannt, wie man das in Staffel 9 auffangen will. Guck ich mir dann in ein paar Monaten an.

Highlights Oktober

Top-3-Filme

  1. The Perks of Being a Wallflower
  2. Call Me by Your Name
  3. Black Widow

Top-Serienstaffel Oktober

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 4)

Weil ich jetzt schon Angst habe, dass wir „Brooklyn Nine-Nine“ bald durchgeschaut haben: Habt ihr Tipps für eine ähnlich gute Comedy? Ich liebäugele derzeit mit „Schitt’s Creek“ oder „Community“. Oder sollte ich „Arrested Development“ vielleicht noch mal eine Chance geben?