In vielerlei Hinsicht war der August der beste Monat des Jahres 2021. Das Wetter hat meistens mitgespielt und der Herr Koch und ich waren das erste Mal seit fast zwei Jahren eine Woche lang weg von zu Hause (und zwar in Rheinland-Pfalz). Das hat uns nach diversen Lockdowns und Dauer-Homeoffice (für mich) wirklich gut getan.

Nur meinem Medienkonsum waren Sonnenschein und Verreisen natürlich nicht zuträglich. Gibt aber Schlimmeres, glaube ich. Für euch bedeutet das jedenfalls, dass es an dieser Stelle deutlich weniger zu besprechen gibt als sonst. Neun Filme und drei Serienstaffeln nämlich. Aber selbst bei dieser reduzierten Anzahl war von großartig bis grottig wieder alles dabei. Schon erstaunlich, wie ich es immer wieder schaffe, so eine Mischung hinzubekommen. ;-)

Filme

Captain Marvel (Disney+): Wenn man am MCU irgendwas kritisieren kann, dann die zu geringe Anzahl weiblicher Heldinnen. Mit Captain Marvel kommt nun immerhin eine weitere hinzu. Und eine mit Potential, glaube ich. Eine, die mit Selbstbewusstsein und richtig viel Superkraft was bewegen kann und will. Mag ich und freue mich auf die Fortsetzung, wann auch immer die kommt.

Captain Phillips (Netflix): Überraschend spannendes Geiseldrama mit Tom Hanks. Er spielt einen amerikanischen Kapitän, der von Piraten entführt wird. Hätte nicht gedacht, dass mich die Story so in ihren Bann zieht. Kleiner Minuspunkt für ein doch recht abruptes Ende, dennoch klare Sehempfehlung.

Comedian Harmonists (TV): Die Geschichte des legendären Berliner Sextetts, das Anfang der 30er Jahre große Erfolge feierte – und sich 1935 auf Geheiß der Nazis auflösen musste, weil mehrere Mitglieder jüdisch sind. Was ich am Film mochte: Er fokussiert sich sehr auf die Gründungsphase und die Erfolge der Gruppe und nicht ausschließlich auf ihr erzwungenes Ende. So wird daraus ein echtes Portrait.

Crazy, Stupid, Love (Netflix): Womanizer bringt Midlife-Crisis-Typ bei, wie er Frauen kennenlernen kann. Puh, nach dieser Beschreibung hatte ich wenig Erwartungen an Crazy, Stupid, Love – und wurde wirklich positiv überrascht. Denn die Geschichte hat mehr zu bieten und bringt ein paar Wendungen und echte Charaktere mit sich. Richtig gute, wenn auch leichte Unterhaltung.

Logan Lucky (Netflix): Wer sich gefragt hat, welchen Film ich denn nun richtig grottig fand letzten Monat: Logan Lucky. Er möchte gerne Ocean’s 11 sein, ist aber leider nur ein wirklich müder Abklatsch. Das können auch Daniel Craig und Adam Driver nicht retten.

Moneyball (Netflix): Baseball, ne? Verstehe ich ja gar nichts von. Macht aber nichts, denn die Geschichte in Moneyball erschließt sich auch, wenn man diese Sportart nicht verfolgt. Richtig gutes Drama mit Brad Pitt und Jonah Hill, die versuchen, mit einem neuen Bewertungssystem talentierte, aber unter dem Radar fliegende Spieler einzukaufen – und damit gegen reiche Konkurrenzclubs zu bestehen. Mochte ich sehr.

Shazam! (Netflix): Auch von Shazam! habe ich erstmal nichts erwartet – und wurde mit guter Unterhaltung überrascht. Der ganze Film nimmt sich und vor allem die Hauptfigur nicht sonderlich ernst, was wirklich Spaß macht. Hat mich an Deadpool erinnert, wo Selbstironie ja auch hervorragend funktioniert.

The Glass House (Netflix): Das Ehepaar Glass wohnt in einem Haus aus Glas. Ja, diese Art von Film ist das. ;-) Nach dem Tod ihrer besten Freunde nehmen die Glasses deren Kinder bei sich auf – aber natürlich nicht nur aus reiner Mildtätigkeit. Solide Spannung, aber die ganzen Metaphern, Schatten und das brutale Ende sind dann doch etwas zu viel des Guten.

The Secret Life of Walter Mitty (Netflix): Großartige Bilder und tolle Landschaftsaufnahmen machen The Secret Life of Walter Mitty zu einem visuellen Kunstwerk. Bei der Geschichte bin ich gedanklich ein paar Mal ausgestiegen, aber hey – Walter Mitty steigt ja auch aus seinem Leben aus, oder?

Serien

Brooklyn Nine-Nine (Netflix, Staffel 1+2): Wie konntet ihr mir Jake Peralta jahrelang vorenthalten? Wie konntet ihr nur?!? Der Herr Koch und ich lieben Brooklyn Nine-Nine seit Folge eins und arbeiten uns ins rasender Geschwindigkeit durch die Staffeln. Fantastische Serie!

Tales of the City (Netflix, Miniserie): Ich mag es sehr, wenn Filme oder Serien mal nicht in New York, Washington oder LA spielen. Hier sind wir in San Francisco, in einer queeren Community, die mit Intrigen und vor allem der Vergangenheit kämpft. Was mir gefallen hat: Die Vielfalt der Charaktere und dass die Serie es wagt, auch gesellschaftliche Probleme anzusprechen. Was mich gestört hat: Das Geheimnis, auf dem die Serie aufbaut, ist einfach zu dünn und die Enthüllung dementsprechend enttäuschend. Und die Hauptfigur Mary Ann ist leider etwas überdreht. Schade drum.

Highlights des Monats

Top-3-Filme

  1. Moneyball
  2. Crazy, Stupid, Love
  3. Captain Phillips

Top-Serienstaffel

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 1+2)

Hattet ihr im Sommer auch ein Filmtief? So richtig bereit für den Herbst und wieder mehr Zeit drinnen und zu Hause bin ich noch nicht, aber es nützt ja nichts. Worauf freut ihr euch (filmisch oder auch sonst) im Herbst?