Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen richtig guten Serienmonat hatte. Der April war auf jeden Fall einer. Man, da habe ich wirklich gute Staffeln exzellenter Serien gesehen. Ein paar tolle Filme waren auch dabei. Und zwei, drei, die ich mir hätte schenken können.

Grundsätzlich bin ich mit dem April also durchaus zufrieden – medial und auch sonst. Ja, die weltpolitische Lage ist immer noch schwierig (Euphemismus des Jahres…), die Pandemie nicht vorbei und die Inflation beängstigend, aber ich habe ein paar private Projekte angeschoben oder vorangetrieben. Ich hatte eine Woche Urlaub zu Hause und einen schönen Geburtstag. Das Wetter war toll und der Balkon blüht auf. Und ehrlich, damit bin ich aktuell schon zufrieden. Deshalb direkt und ohne Umschweife weiter zu meinen Film- und Seriensichtungen im April!

Filme

6 Underground (Netflix): Nein, einfach nein. Völlig konfuse Actionkomödie, bei ich schon nach zehn Minuten den Faden verloren hatte. Die kann selbst Ryan Reynolds nicht retten (und der hat für mich schon einige wirklich mittelmäßige Filme gerettet).

A Beautiful Mind (Netflix): Biographien brillanter Wissenschaftler – ist das schon ein eigenes Genre? Gefühlt gibt es davon durchaus einige. Diese gehört für mich zu den besseren, vor allem, weil Russell Crowe großartig ist und es mir gefallen hat, dass Zuschauende lange Zeit nicht wissen (oder merken), welche Handlung real ist und welche sich nur im Kopf der Hauptfigur abspielt.

Brooklyn (Disney+): Hach, so eine schöne Romanze. Und das ganz ohne Kitsch. Ich habe wirklich mitgefiebert, wie es am Ende ausgeht. Und war zufrieden. ;-)

Dallas Buyers Club (TV): Matthew McConaughey und Jared Leto sind wirklich super zusammen, so als „Pärchen“ wider Willen. Ob der Film die Geschehnisse rund um den illegalen Verkauf nicht zugelassener Aids-Medikamente Ende der 80er Jahre wahrheitsgetreu abbildet? Keine Ahnung. Der Film funktioniert aber hervorragend – vor allem weil er ohne übertriebenen Pathos daherkommt und nicht auf die Tränendrüse drückt.

Kingsman: The Secret Service (Disney+): In diese Reihe wollte ich schon lange mal reinschauen. Und ganz ehrlich? Jetzt bin ich ziemlich enttäuscht. Mir war der Film viel zu unnötig brutal und an einigen Stellen zu sexistisch. Schade, aus der Idee hätte man mehr machen können. Ich weiß noch nicht, ob ich mir die Nachfolger ansehen werde. Richtig viel Lust darauf habe ich nicht.

Spider-Man: No Way Home (Prime): Es ist kein Geheimnis, dass ich die Spider-Man-Filme mit Tom Holland mag. Und die mit Andrew Garfield. Und in meiner Erinnerung auch die mit Tobey Maguire (die sollte ich mir wirklich noch mal anschauen). Insofern konnte mit „No Way Home“ wenig schief gehen. Es gibt sogar noch den wie immer schlecht gelaunten Doctor Strange obendrauf. Bitte, was will man mehr? 2,5 h beste Popcornunterhaltung.

The Help (Disney+): Ich weiß nicht, wie viele Jahre ich diesen Film schon sehen wollte. Er stand ewig auf meiner Liste. Zum Glück hab ich ihn jetzt endlich angeschaut, denn er ist fantastisch. Ein Film über Vorurteile und Rassen-/Klassenunterschiede, der wütend und traurig macht, aber gleichzeitig Hoffnung verbreitet. Die Darstellerinnen sind alle fantastisch, allen voran Octavia Spencer, die meiner Meinung nach völlig zurecht einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewonnen hat. Unbedingt anschauen!

The Highwaymen (Prime): Tut mir leid, aber zwischen Kevin Costner und Woody Harrelson stimmt die Chemie in diesem Film überhaupt nicht. Dazu noch ein eher langatmiges und handlungsarmes Drehbuch, in dem die beiden oben genannten versuchen, Bonnie und Clyde zu erwischen. Nein, diesen Film muss man nicht gesehen haben.

The King’s Speech (Prime): Colin Firth ist absolut sehenswert als King George VI., der mit allen Mitteln versucht, seine Sprachprobleme in den Griff zu bekommen. Alles andere an The King’s Speech ist leider recht durchschnittlich und die wenig überraschende Inszenierung einer bekannten Geschichte. Bin ein bisschen enttäuscht von diesem Film, ehrlich gesagt. Zumal er den Oscar als bester Film gewonnen hat 2011 (gegen The Social Network, einen meiner absoluten Lieblingsfilme). Wird mir nicht in Erinnerung bleiben.

The Lobster (Netflix): Die Prämisse des Films ist so bizarr, dass sie mich neugierig gemacht hat: In der Zukunft ist es verboten, Single zu sein. Wer nicht innerhalb eines bestimmen Zeitraums einen Partner findet, wird in ein Tier seiner Wahl verwandelt. In der ersten Hälfte des Films wird diese Idee auch unterhaltsam und schonungslos ausgearbeitet. Leider entwickelt die Geschichte sich danach in eine völlig andere Richtung und vergisst, wo sie eigentlich hergekommen ist. Das ist echt schade, denn wenn man den Weg konsequent weitergegangen wäre, hätte das sehr spannend oder lustig oder beides werden können. So lässt der Film mich ratlos zurück.

Turning Red (Dt. Rot, Disney+): Animationsfilme stehen im Hause Krimskrams/Koch nicht oft auf dem Plan. Was vor allem an mir liegt, denn ich bin eigentlich kein Fan. Auch diesen hier hat der Herr Koch ausgesucht. Und ganz ehrlich? Wir hatten beide unseren Spaß damit. Der Film spielt so herrlich mit den Teenieklischees der frühen 2000er, dass ich mich das ein oder andere Mal wirklich gut in Mei hereinversetzen konnte. Wahrscheinlich sind die Autorinnen in meinem Alter und haben mit dem Film ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet (der Film spielt 2002, da war ich 14 ;-)). Doch, wirklich sehenswert.

Zack Snyder’s Justice League (Netflix): Ja, wir sind immer noch im DCEU unterwegs und haben uns die Vier-Stunden-Version von Justice League angeschaut. Natürlich an zwei Abenden, das war uns sonst doch zu lang. Das Sitzfleisch lohnt sich aber, finde ich. Die Geschichte ist deutlich runder und viel logischer als die Kinoversion von 2017. Und irgendwie wünsche ich mir jetzt eine Fortsetzung dazu. Denn was am Ende angeteasert wird, das würde ich gerne ausgearbeitet sehen. Bin sehr gespannt, ob es damit irgendwann noch weitergeht.

Serien

Mayans M.C. (Staffel 2, Disney+): Staffel 2 macht qualitativ genau da weiter, wo Staffel 1 aufgehört hat. Die Geschichte fokussiert sich zwar etwas auf andere Themen, das tut der Unterhaltung aber keinen Abbruch. Leider war es das nun erstmal mit der Serie für uns, denn Disney+ hat bislang nur die ersten beiden Staffeln im Angebot. Hoffentlich ändert sich das bald.

Schitt’s Creek (Staffel 1 (abgebrochen), Prime): Auf der Suche nach einer neuen Comedy für zwischendurch fiel meine Wahl auf Schitt’s Creek. Schließlich habe ich darüber eigentlich nur Gutes gehört. Leider ist die Serie aber trotzdem gar nicht mein Fall. Die Figuren nerven mich, das Motel ist einfach nur eklig und lustig fand ich die Geschichten auch nicht. Nach Folge 6 abgebrochen.

The Expanse (Staffel 1, Prime): moviescape ist an allem Schuld. Mit seinen Schwärmereien hat er mich dazu gebraucht, mit The Expanse anzufangen. Und jetzt habe ich den Salat, denn natürlich liebe ich alles daran und habe die erste Staffel in wenigen Tagen durchgeschaut. Dass ich mit Staffel 2 auch schon fast fertig bin, geht euch übrigens überhaupt nichts an und sollte euch eine Warnung sein. Denn der Suchtfaktor ist enorm. Großartige Serie. ♥

The Good Fight (Staffel 5, Disney+): Eine großartige Serie ist The Good Fight übrigens auch – auch in Staffel 5. Zentrales Thema ist dieses Mal das Rechtssystem und wie leicht es in einer Welt der Selbstjustiz und Fake News ad absurdum geführt werden kann. Das fand ich wirklich erschreckend, aber gleichzeitig unterhaltsam. Immer noch eine meiner aktuellen Lieblingsserien.

The Office (Staffel 1, Netflix): Der Herr Koch und ich brauchten eine Serie, die uns über Brooklyn Nine-Nine hinwegtröstet. Da wir Stromberg mochten, probieren wir es aktuell mit The Office. Und nach einem recht zähen Start finden wir beide so langsam Gefallen daran. Wir sind nun in Staffel 2 und mir sind die ganzen schrägen Typen schon ein bisschen ans Herz gewachsen. Ich glaube, das kann was werden langfristig.

Highlights und Flops des Monats

Top-Film: The Help

Flop-Film: 6 Underground

Top-Serienstaffel: Mayans M.C. (Staffel 2) & The Expanse (Staffel 1) & The Good Fight (Staffel 5)

Flop-Serienstaffel: Schitt’s Creek (Staffel 1)

Drei Filme, die im Mai auf der Watchlist stehen

  1. Lion (Netflix)
  2. Tenet (Prime)
  3. Uncut Gems (dt. Der schwarze Diamant) (Netflix)

(Neue) Serienstaffel(n), auf die ich mich im Mai freue

Stranger Things! Stranger Things! Straaaangeeeeer Thiiiingsssss! Am 27. Mai werden die ersten fünf Folgen der vierten Staffel veröffentlicht und der Herr Koch und ich zählen insgeheim schon die Tage. Ich glaube, das wird gut. Muss es. Abseits davon gebe ich mich weiter meiner neu entdeckten Liebe zu The Expanse hin. Vielleicht schieben wir vor Stranger Things noch eine Miniserie ein, mal schauen. Ich liebäugele eine wenig mit WandaVision, gerade auch, weil die Folgen nicht so lang sind.

Freut Ihr euch auch schon so auf die neuen Stranger-Things-Folgen oder ist der Hype an euch vorbei gegangen? Was steht bei euch im Mai auf dem Film- oder Serienplan?