Der März war in vielerlei Hinsicht ein angsteinflößender Monat.

Wahnsinniger Diktator stürzt Millionen Menschen ins Unglück. Wahnsinnige Politiker heben Infektionsschutzmaßnahmen auf, obwohl die Pandemie weiter Vollgas gibt.

Und inmitten all diesen Wahnsinns hat mich die Erkenntnis gepackt, dass ich nicht länger so lethargisch leben kann wie die letzten zwei Jahre. Deshalb mache ich das jetzt nicht mehr und gehe ein paar neue Projekte an. Und ja, verdammt, das macht mir auch eine Heidenangst. Aber es gibt mir auch neue Energie und etwas, worauf ich mich abseits von Krieg und Corona fokussieren kann. Und das tut tatsächlich richtig gut.

Film- und Serienzeit gab es natürlich trotzdem. Ist klar, oder?

Filme

Aquaman (Prime): In Vorbereitung auf Zack Snyder’s Justice League haben wir Aquaman geschaut. Nur um festzustellen, dass der in der Chronologie eigentlich erst danach kommt. Guten Morgen. Eigentlich aber auch egal, denn ob jetzt vor oder nach Justice LeagueAquaman konnte mich nicht überzeugen. Viel zu viel CGI, viel zu dünne Story, Logiklöcher und teilweise wirklich absurde Kostüme haben dafür gesorgt, dass ich mir das Lachen an der ein oder anderen Stelle nicht verkneifen konnte. Immerhin bin ich nicht eingeschlafen, so wie es noch bei Wonder Woman der Fall war.

Being the Ricardos (Prime): Diese Filme über amerikanische TV-Ikonen vergangener Jahrzehnte, die außerhalb der USA eigentlich niemand kennt, sind für ausländisches Publikum ja immer eine Herausforderung. Googelt man die Person jetzt, bevor man den Film guckt oder lässt man sich einfach erstmal auf die Geschichte ein? Ich habe den Film ohne Vorwissen über Lucille Ball und Desi Arnaz geschaut und finde, das funktioniert. Viel wichtiger für den Spaß daran ist, dass man dialoglastige Szenen mag, denn davon gibt es jede Menge. Für mich einer der oscarnominierten Filme, die ich ganz gut (nicht überragend) fand. Aber besser als viele andere (s. u.).

Cruella (Disney+): Ich muss etwas beichten. Ich kann mit den meisten Disney-Zeichentrickklassikern nicht viel anfangen und kenne auch sehr viele nicht. Cruella hat mich trotzdem gereizt und hält absolut, was er verspricht. Emma Stone ist toll als Antiheldin, die Kostüme sind sensationell und die Story schwächelt an keinem einzigen Punkt. Ein richtig spaßiger Popcornfilm.

John Wick: Chapter 2 (Netflix): Ach, John Wick. Auch du lässt in der Fortsetzung leider nach, wie so viele andere Actionhelden vor dir. Die Optik und die Kampfszenen sind immer noch top, aber nach stringenter Story sucht man besser nicht. Mal sehen, wie sich der dritte Teil so macht.

Nightmare Alley (Disney+): Dieses Jahr kann ich gleich mit mehreren Oscarkandidaten nicht viel anfangen. Dazu gehört leider auch Nightmare Alley. Mir war der einfach zu lang und zu langatmig. Bis die Geschichte mal Fahrt aufnimmt, sind locker 1,5 h rum. Puh. Auch sonst hat mich der Film weder besonders berührt noch überrascht. Nach dem großartigen Vorgänger The Shape of Water hatte ich hier wirklich mehr von Guillermo del Toro erwartet.

The Adam Project (Netflix): Ryan Reynolds reist durch die Zeit. Was mehr könnte ich jemals von einem Film erwarten? Wenig überraschender, aber durchweg sympathischer und unterhaltsamer Science-Fiction-Film, der genau das hält, was er verspricht.

The Hand of God (Netflix): Noch so ein heiß gehandelter Film, der bei mir nicht gezündet hat. The Hand of God ist ein Film, der einfach zu viel will. Nämlich gleichzeitig Familienkomödie und Coming-of-Age-Drama sein. Das funktioniert für mich nicht, vor allem da der Sprung vom einen Genre zum anderen durch ein Ereignis ausgelöst wird, das sich sehr nach Deus ex machina anfühlt. Dazu noch diverse Figuren und Handlungsstränge, die die Geschichte nicht weiterbringen und die ständigen Anspielungen auf Diego Maradona. Nein, das war nicht meins.

The Eyes of Tammy Faye (Disney+): Finde es verdient, dass Jessica Chastain für die Darstellung von Tammy Faye Bakker den Oscar gewonnen hat. Ich mochte den Film und es amüsiert mich ehrlich gesagt ein bisschen, dass gerade eine Produktion, die Religion als Geschäft zeigt, in den konservativen USA so einen wichtigen Preis bekommt. Kann ich außerdem kurz fragen, seit wann Andrew Garfield wieder in jedem Film mitspielt? Beschwere mich nicht, mag ihn, aber gefühlt gab’s wenig von ihm zu sehen die letzten Jahre und nun ist er in jedem Hit dabei.

The Man from U.N.C.L.E (Netflix): Filme von Guy Ritchie kann man mir nur unterjubeln, wenn ich vorher nicht weiß, dass sie von Guy Ritchie sind. Hier hat es der Herr Koch geschafft. Und zu meinem Erstaunen muss ich sagen, dass dieser Film mir deutlich besser gefallen hat als z. B. The Gentlemen oder Sherlock Holmes. Vermutlich liegt das aber vor allem am sehr gut harmonierenden Hauptdarstellertrio Cavill/Hammer/Vikander.

West Side Story (Disney+): Weiter geht’s mit den Oscarfavoriten, die mir schwer im Magen liegen. Auch mit West Side Story wurde ich nicht glücklich. Der Film ist sehr lang, vor allem weil die Gesangs- und Tanzeinlagen die Story kein Stück voranbringen. Dazu frage ich mich ganz ehrlich, ob die Geschichte der Jets und Sharks eine ist, die man 2021 noch mal erzählen musste. Für mich wirkt der Film völlig aus der Zeit gefallen. Vielleicht hätte der gut in den 1990ern funktioniert, als Musicals wie Cats boomten. Ich glaube, dass sowohl Musical- als auch Filmfans von Musikfilmen inzwischen etwas anderes erwarten. Ich tue das zumindest.

Serien

Mayans M.C. (Disney+, Staffel 1): Können wir kurz darüber sprechen, wie stark Disney+ in den letzten Monaten sein Serienangebot aufgestockt hat? Spannend daran ist vor allem, dass es diverse Serien umfasst, die man woanders nicht findet. So wie Mayans M.C., das Spin-off zu Sons of Anarchy, dem der Herr Koch und ich ab Folge 1 völlig verfallen sind und die ersten Staffel in kurzer Zeit durchgesuchtet haben. Waren die Mayans bei SoA noch die Bösen, taucht man hier in ihre Welt auf beiden Seiten der us-amerikanisch-mexikanischen Grenze ein. Und ja, auch das ein oder andere Gesicht aus der Originalserie sieht man wieder. Wie erhofft einfach großartige Serienunterhaltung.

StartUp (Netflix, Staffel 3): Es gibt Gerüchte über eine vierte Staffel dieser Serie. Das würden der Herr Koch und ich sehr begrüßen. Denn eigentlich wird die Story erst jetzt so richtig interessant. Und uneigentlich würde ich Adam Brody auch gerne bald mal wieder auf meinem TV sehen. Der Mann ist wirklich unglaublich gut gealtert und heute fast noch attraktiver als vor zehn Jahren. Da, ich hab’s gesagt.

The Good Fight (Disney+, Staffel 4): Noch ein Spin-off (zu The Good Wife, falls sich jemand erinnert) und noch eines, das ich schon seit mehreren Jahren liebe. The Good Fight ist für mich eine der besten Serien der letzten Jahre. Die perfekte Kombination aus leichterer Unterhaltung und Kritik an gesellschaftlichen Missständen. Glaube, kaum eine andere Serie macht aus ihrer Verachtung gegenüber Donald Trump und seinen Anhängern weniger einen Hehl. Dicke Empfehlung, falls ihr die Serie noch nicht kennt.

The Marvelous Mrs. Maisel (Prime, Staffel 4): Ehrlich, acht Folgen? Acht? Das ist alles, was wir nach über zwei Jahren Wartezeit bekommen? Bin traurig. Auch wenn ich finde, dass Staffel 4 Midge in ihrem Leben nicht sehr viel weitergebracht hat, hätte ich ihr gern noch ein wenig länger dabei zugeschaut. Für mich inzwischen eine richtige Wohlfühlserie. Hoffentlich kommt Staffel 5 (die letzte :-() schneller.

Highlights und Flops des Monats

Top-Film: The Eyes of Tammy Faye

Flop-Film: Aquaman

Top-Serienstaffel: Mayans M.C. (Staffel 1) & The Good Fight (Staffel 4)

Flop-Serienstaffel: /

Drei Filme, die im April auf der Watchlist stehen

  1. A Beautiful Mind (Netflix)
  2. Brooklyn (Disney+)
  3. The Help (Disney+)

(Neue) Serienstaffel(n), auf die ich mich im April freue

Ganz ehrlich: Ich brauche gar keine neuen Staffeln. Mayans M.C, Staffel 2 sowie The Good Fight, Staffel 5 reichen mir erstmal. Vielleicht schau ich noch mal in eine weitere Conedyserie rein, nachdem ich mit Schitt’s Creek nicht so richtig warm werde.

Seid ihr dieses Jahr warm geworden mit den oscarnominierten Filmen? Ich habe gefühlt wieder all die Filme gesehen, die nicht so sehenswert waren und auch nicht gewonnen haben (Story of my life). Ein paar der Sieger, vor allem Dune und CODA, werde ich auf jeden Fall noch nachholen, wenn sich die Chance bietet. Ich weiß aber ehrlich nicht, ob ich mir King Richard angucken kann nach der Aktion von Will Smith…