Der Februar hatte nur vier Wochenenden. Ich prangere das an. Vier Wochenenden reichen nicht, um meine Film- und Serienpläne umzusetzen. Schon gar nicht, wenn man dabei so inkonsequent vorgeht wie ich und einfach Dinge guckt, die gar nicht auf der Liste standen.

Deshalb erwartet euch in diesem Rückblick eine Mischung, die ich so nicht geplant hatte. Recht übersichtlich ist sie auch. Und ziemlich actionlastig. Und natürlich wieder gespickt mit sehenswerten Filmen und solchen, für die man sich die Produktionskosten lieber gespart hätte.

Ihr seht: Ich kann’s noch mit dem bescheidenen Händchen bei der Filmauswahl.

Filme

Die Hard: With a Vengeance (dt. Stirb langsam – Jetzt erst recht!) (Disney+): Lange ist es her, dass hier die ersten beiden Teile geschaut wurden, die ja wirklich gute Unterhaltung bieten. Das tut Teil 3 auch, nur anders. Denn hier bekommt man Bruce Willis und Samuel L. Jackson als Buddys wider Willen serviert. Das funktioniert erstaunlich gut und hat mir überraschend viel Spaß gemacht. Ich denke, Teil 4 (und den wohl sehr, sehr schlechten Teil 5) werden wir zeitnah nachschieben.

John Wick (Netflix): Auch Action, aber in cool und modern. Und in richtig gut. Denn auch wenn hier wirklich viel geballert wird und Blut ohne Ende fließt, ergibt die Geschichte immer einen Sinn. Selbst ich war nach der Hundeszene so wütend, dass einfach alles, was der Hauptcharakter danach macht, völlig gerechtfertigt erscheint. Pluspunkte gibt’s außerdem für die Entscheidung, Lance Reddick  als Hotelrezeptionist zu casten. Perfekte Besetzung.

Léon: The Professional (TV): Muss ich mich schämen, dass ich so lange gebraucht habe, um Léon zu schauen? Schon ein bisschen, glaube ich, denn der Film macht Spaß und manchmal auch ein bisschen nachdenklich. Außerdem hat er eine sehr junge Natalie Portman als Hauptdarstellerin, von der ich nicht wusste, dass sie schon als Kind Schauspielerin war.

Mulholland Drive (TV): Ich sollte mehr Sachen von David Lynch schauen. Mulholland Drive hat mich daran erinnert, was ich an Twin Peaks so großartig fand: Die Mischung aus Krimi/Horror und Unterhaltung, die skurrilen Charaktere, die unerwarteten Wendungen und auch den Einsatz von Musik/Performances. All das gibt es hier nämlich auch. Und es passt alles zusammen und ergibt Sinn – und dann auch wieder nicht. Das gefällt bestimmt nicht jedem, aber ich finde es toll.

Suicide Squad (Netflix): Stillschweigend sind der Herr Koch und ich überein gekommen, es nach langer Pause noch mal mit dem DC Extended Universe zu versuchen. Der dritte Film der Reihe, Suicide Squad, kommt ja in Kritiken ziemlich schlecht weg. Und ich verstehe teilweise auch warum. Die Story ist relativ dünn und die Bösewichte (allen voran Cara Delevingne) sind lächerlich. Wenn man das aber ausblendet und sich auf den Unterhaltungsaspekt fokussiert, macht der Film auch einiges richtig. Gegen die Avengers kommen Harley Quinn und Co. natürlich trotzdem nicht an. Die Marvel-Heldenfilme sind um Längen besser als dieser hier, selbst die nicht so guten.

The Girl with the Dragon Tattoo (dt. Verblendung) (Netflix): Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein Fan von David Finchers Filmen bin. Auch diesen fand ich richtig gut. Visuell erinnert er mich stark an The Social Network, Gone Girl und die Serie Mindhunter. Die Story ist spannend und düster und kann gegen Ende noch mal einen Twist aufweisen (der nicht völlig überraschend ist, aber überraschend genug), sodass die über 2,5 h Stunden schnell vergehen. Hat mir gefallen.

The Lost Daughter (Netflix): Ich weiß nicht genau, warum, aber ich wurde mit The Lost Daughter nicht richtig warm. Es hat mir zu lange gedauert, bis das eigentliche Problem präsentiert wurde. Die ganze Story mit der Puppe fand ich merkwürdig. Die beiden Hauptdarstellerinnen Olivia Coleman und Jessie Buckley machen ihre Sache gut, aber die Geschichte rettet das nicht. Nein, das war nicht meins.

The Tender Bar (Prime): Junge zieht mit alleinerziehender Mutter bei den Großeltern ein und verbringt dann viel Zeit in der Bar seines Onkels. Netter Soundtrack, ansonsten keine Geschichte, an die ich mich erinnern werde.

The Town (Netflix): Long time no Actionfilm. Hier rauben Ben Affleck und Jeremy Renner eine Bank aus. Leider verliebt sich einer der beiden danach in eine Zeugin, was beide in massive Schwierigkeiten bringt. Und leider hören sie auch mit den krummen Geschäften nicht auf. Solider Action-/Thriller-/Dramafilm, den man sich gut anschauen kann. Mehr jetzt aber auch nicht.

True Memoirs of an International Assassin (Netflix): Guckt euch den nicht an. Vertraut mir, lasst es einfach.

Twelve Monkeys (Prime): Über diesen Film hatte ich vorab viel Gutes gelesen und wollte ihn schon sehr lange schauen. Hab ich jetzt gemacht und kann sagen: Ich bin enttäuscht. Das war überhaupt nicht der Film, den ich erwartet hatte. Ich hatte eine spannenden Zeitreisethriller erwartet. Stattdessen ist Twelve Monkeys ein abgedrehtes, visuell sehr eigenwilliges Spektakel, das sich für meine Begriffe zu sehr in Details verliert, statt stringent eine Geschichte zu erzählen. Schade.

Wonder Woman (Prime): Warum gibt es eigentlich in jedem Film des DC Extended Universe irgendetwas, das ihn verdirbt? Wonder Woman hat eine gute Hautdarstellerin, aber eine Story zum Vergessen. Die ich auch nicht mehr wirklich zusammenbekomme. Liegt vielleicht auch daran, dass ich zwischendurch mal zehn Minuten eingeschlafen und den finalen Kampf Gut gegen Böse verpasst habe. Der nächste Film der Reihe ist Aquaman. Mal sehen, was der kann.

Serien

Brooklyn Nine-Nine (Netflix, Staffel 6 & 7): Warum, ja warum werden die Staffeln von Brooklyn Nine-Nine immer kürzer, je weiter man voranschreitet? Staffel 7 hatte nur 13 Folgen, was mir eindeutig zu wenig war, denn der Spaß ist auch im sechsten und siebten Jahr ungetrübt. Ich mag gar nicht daran denken, dass Staffel 8 das Ende der Serie markiert.

StartUp (Netflix, Staffel 2): StartUp macht sich. Staffel 2 haben wir sehr viel schneller durchgeschaut als Staffel 1 und so langsam habe ich das Gefühl, hier richtig angekommen zu sein. Schade, dass die Serie nach Staffel 3 vorerst endet. Da sie aber nie offiziell abgesetzt wurde, darf ich  noch Hoffnung auf eine Fortsetzung haben. Zumindest ein kleines bisschen.

Highlights und Flops des Monats

Top-Film: Mulholland Drive

Flop-Film: True Memoirs of an International Assassin

Top-Serienstaffeln: Brooklyn Nine-Nine (Staffel 6 & 7)

Flop-Serienstaffel: /

Drei Filme, die im März auf der Watchlist stehen

  1. Being the Ricardos (Prime)
  2. West Side Story (ab 02.03. bei Disney+)
  3. Nightmare Alley (ab 16.03. bei Disney+)

Neue Serienstaffel(n), auf die ich mich im März freue

Hier führe ich wie im Vormonat noch mal The Marvelous Mrs. Maisel (Staffel 4) an. Denn aus unerfindlichen Gründen hat man sich bei Prime Video entschieden, die Staffel nicht im Ganzen zu veröffentlichen. Stattdessen gibt’s jeden Freitag zwei neue Folgen. Meh. Einziger Vorteil: Ich habe auch im März noch was von Midge, Susi und Co.

Ich habe schon einige Oscaranwärter gesehen in den letzten Wochen, aber werde im März noch weitere nachholen (s. o.). Was glaubt ihr, welcher Film dieses Jahr groß abräumen wird? Ich setze auf The Power of the Dog, allein schon aufgrund der zahlreichen Nominierungen. Ansonsten lasse ich mich überraschen, was der März bringt. Vielleicht weiß das DC Extended Universe in seinen weiteren Filmen ja doch noch zu überzeugen. ;-)