Frohes neues Jahr! Die Festtage sind vorbei, das fürchterliche Jahr 2021 auch – Zeit für den letzten Monatsrückblick, damit der Jahresrückblick folgen kann. Im November und Dezember hat mein Medienkonsum pandemie- und erschöpfungsbedingt noch mal deutlich angezogen. War das bei euch auch so?

Manchmal finde ich es erschreckend, wie viel Zeit ich total müde auf der Couch verbringe. Mich tröstet etwas, dass es anderen auch so geht und dass die Müdigkeit zumindest teilweise an der Jahreszeit liegt. Ich bin kein Freund von guten Vorsätzen, aber möchte trotzdem 2022 noch irgendein weiteres Hobby finden – möglichst eines außerhalb der eigenen vier Wände. Aber so richtig in meiner Hand liegt das aktuell eben nicht…

Aber genug mit den Pandemieanspielungen, schließlich habe ich im November und Dezember auch wieder einige richtig gute Filme und Serien gesehen. Wirklich, da waren tolle Sachen dabei. Das konnte ich sogar in müdem Zustand feststellen. ;-)

(Es folgt ein sehr langer Artikel – ich gelobe Besserung und probiere, im neuen Jahr wieder jeden Monat einzeln zu besprechen…)

Filme November

Beautiful Boy (Prime): Ja okay, ich hab den Film vor allem geschaut, weil ich Timothée Chalamet nach „Call Me By Your Name“ noch mal in einer anderen Rolle sehen wollte. Hier spielt er erneut einen unglücklichen Teenager, dieses Mal allerdings mit Drogenproblemen. Keine leichte Kost nach einer wahren Geschichte.

Donnie Darko (TV): Abgedreht, anders kann ich „Donnie Darko“ nicht beschreiben. Ich weiß ehrlich nicht, ob ich das Ende verstanden habe. Seltsame Geschichte.

Dunkirk (Netflix): Unglaublich, wie viele WWII-Filme es gibt. Auch viele neueren Datums, so wie diesen. „Dunkirk“ erzählt – wie man es von Nolan erwarten kann – mit großartigen Bildern eine Geschichte irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Ich habe beim Anschauen gemerkt, dass ich Kriegsfilme etwas über habe und beschlossen, mir eine Zeitlang erstmal nichts Ähnliches anzuschauen.

Louder Than Bombs (One): Manchmal finde ich im TV/in Mediatheken abseits all der Wiederholungen auch Interessantes. Meistens auf Arte oder One. Im Oktober war es „Frances Ha“ und im November „Louder Than Bombs“, in dem Vater und zwei Söhne auch Jahre nach dem Tod der Mutter, einer erfolgreichen Kriegsfotgrafin, nicht mit dem Verlust umgehen können und keinen richtigen Draht zueinander und zu anderen finden. Inzwischen leider schon wieder aus der Mediathek geflogen.

Manchester by the Sea (Netflix): Peinliche Beichte: Habe den Film schon ewig auf der Liste und nie geschaut, weil ich dachte, er wäre eine britische Produktion. US-Englisch zu verstehen fällt mir deutlich leichter und für britische Filme muss ich wirklich wach und fit im Kopf sein. Ja, auch mit Untertiteln. Das bin ich abends meistens nicht. Nun gut, ich habe dann irgendwann gemerkt, dass „Manchester by the Sea“ doch eine US-Produktion ist. Und so eine gute! Was für eine traurige und dennoch hoffnungsvolle Geschichte über Verlust und Neubeginn, über Schuld und Verantwortung und darüber, dass es doch immer irgendwie weitergeht. Bereue es sehr, den jahrelang aufgeschoben zu haben. Alles daran ist wunderbar.

Porträt einer jungen Frau in Flammen (Prime): Mir fällt erst jetzt auf, dass dieser Film ein reines Frauenensemble hat. Männer braucht es hier aber auch wirklich nicht, schließlich geht es um die komplizierte Liebe zwischen einer Malerin und ihrem Modell irgendwann im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Schöne Bilder, leise und auch traurige Geschichte.

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (Disney+): Der hat richtig Spaß gemacht! Ich finde es spannend, wie sich das MCU zukünftig entwickeln wird und hier wird nun eine weitere Welt mit neuen Heldinnen und Helden aufgemacht. Mochte ich.

Sicario (Prime): Ich hatte sehr hohe Erwartungen an diesen Film (Denis Villeneuve!), die er leider nicht ganz erfüllen konnte. Obwohl die Geschichte rund um den Drogenkrieg an der mexikanisch-amerikanischen Grenze durchaus spannend ist, konnte ich nicht wirklich in den Film hineinfinden. Wird mir nicht in Erinnerung bleiben.

tick, tick… BOOM! (Netflix): Noch so ein schwieriger Film. Ich wollte den wirklich mögen und habe mir echt Mühe gegeben – allein schon wegen Andrew Garfield und Lin-Manuel Miranda. Leider hat das trotzdem nicht geklappt. Mir ist die Geschichte zu wirr erzählt, ich habe mehrfach den Faden verloren und mich gefragt, ob wir jetzt gerade in der Gegenwart oder einer Rück-/Vorausblende sind. Dazu kommt, dass Andrew Garfield leider nicht wie 29 aussieht, was mich – weil im Film einfach immer wieder auf dem Alter seiner Figur herumgeritten wird – massiv gestört hat. Mir bleibt daher eigentlich nur die Musik in positiver Erinnerung. Sehr schade drum.

Serien November

Homeland (Prime, Staffel 8): Es hat sehr lange gedauert, bis die finale Staffel „Homeland“ endlich bei Prime gelandet ist. Beim Schauen war es dann aber wie immer: In den ersten zwei Folgen versucht man sich verzweifelt daran zu erinnern, was in der vorigen Staffel passiert ist, und sich von Carrie nicht allzu sehr nerven zu lassen. Hat man diese Phase überstanden, wird man mit einer spannenden Geschichte belohnt, von der man sich wünscht, dass sie nie aufhört. Ich bin sehr froh, „Homeland“ vor zwei oder drei Jahren noch eine zweite Chance gegeben zu haben, nachdem ich vor Jahren in Staffel vier schon mal ausgestiegen war. In den späteren Staffeln erfindet die Serie sich immer wieder neu und ich glaube, es würde richtig viel Spaß machen, alle acht Staffeln am Stück zu schauen. Vielleicht mache ich das irgendwann noch mal.

Turning Point: 9/11 and the War on Terror (Netflix, Miniserie): Die Doku wurde kurz vor dem 11. September diesen Jahres veröffentlicht und zum 20. Jahrestag von 9/11 bietet sie erschreckende, aber auch hoffnungsvolle Hintergrundeinblicke in den Tag des Anschlags sowie die Zeit davor und auch danach. Außerdem prognostiziert sie auf erschütternde Weise die Ereignisse in Afghanistan, die nach dem Truppenabzug diesen Sommer/Herbst wahr geworden sind. Für mich wäre die Doku perfekt gewesen, wenn die Folgen alle ca. 30 Minuten lang gewesen wären und nicht teilweise deutlich über 60. So viele Infos konnte ich manchmal nur schwer am Stück verarbeiten.

Highlights November

Top-3-Filme

  1. Manchester by the Sea
  2. Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
  3. Beautiful Boy

Top Serienstaffel

Homeland (Staffel 8)

 

Filme Dezember

Bad Boys for Life (Netflix): Ach ja, noch so eine Fortsetzung einer erfolgreichen Reihe. Ob es die gebraucht hat? Nein, vermutlich nicht. Aber es spricht auch nichts dagegen, sich „Bad Boys for Life“ anzuschauen. Man sollte nur nicht mehr davon erwarten als von den Vorgängern.

Die purpurnen Flüsse (Netflix): Das war ein richtig guter französischer Krimi/Thriller. Natürlich kommt er nicht ohne Nazis als Bösewichte aus, aber der Geschichte schadet das erstmal nicht. Hat mich sehr gut unterhalten.

Don’t look up (Netflix): Wie kann man einen Film über die Pandemie machen ohne einen Film über die Pandemie zu machen? Man nimmt ein anderes schlimmes Ereignis (hier einen drohenden Kometeneinschlag), besorgte Wissenschaftler*innen und zaudernde, egoistische Politiker*innen und macht darüber einen Film, wie letztere alles in die Grütze reiten und verschiedene Gesellschaftsgruppen gegeneinander ausspielen. Das hätte mit dem Thema Klimawandel übrigens genauso funktioniert. Satire, bei der einem das Lachen manchmal im Hals steckenbleibt, weil sie so genau den aktuellen Zeitgeist trifft und ein Film, der besser ist als die teilweise schlechten Kritiken vorab vermuten ließen.

Gone Girl (Disney+): Sehr lange stand dieser Film schon auf meiner Liste, sehr lange. Als Fincher-Fan hatte ich große Erwartungen daran. Und sie wurden zum Glück auch zu 100 % erfüllt. „Gone Girl“ ist spannend und überrascht mit immer neuen Wendungen. Richtig gut wird der Film aber durch Rosamund Pike, die die weibliche Hauptfigur so überzeugend und erschreckend spielt, dass es einen am Ende schockiert zurücklässt. Toll!

Ich bin dein Mensch (ARD Mediathek): Ob der Film wirklich einen Oscar verdient, weiß ich nicht, aber den Erwartungen, die ich an ihn hatte (u. a. weil ich Maria Schraders Minserie „Unorthodox“ sehr mochte), wurde er absolut gerecht. Eine Singlefrau Mitte 40 testet in einem Experiment einen humanoiden Roboter, der basierend auf ihren Wünsche an einen Partner erschaffen wurde und nur den Zweck verfolgt, sie glücklich zu machen. Gerade in der ersten Hälfte ist der Film wirklich lustig, bevor er in der zweiten die größeren Lebensfragen angeht – und zwar ohne seichte oder endgültige Antworten oder Lösungen zu präsentieren. Sehenswert.

Life As We Know It (dt. So spielt das Leben, Netflix): Im Dezember bin ich schwach geworden und habe ein paar seichte RomComs geguckt. Und diese hier war noch eine der besseren. :-D Mann und Frau, die sich nicht ausstehen können, müssen sich zusammen um das Baby ihrer toten Freunde kümmern. Ich verrate mal nicht, wie’s ausgeht – ihr könnt es euch sicher denken…

Love Hard (Netflix): Ich staune immer noch darüber, wie viele Weihnachtsfilme es gibt. Absolut unglaublich. Diesen hier muss man nicht gesehen haben, er arbeitet sich eigentlich nur an Klischees ab.

National Lampoon’s Christmas Vacation (Rewatch, Prime): Kein Weihnachten ohne „Schöne Bescherung“! Bei mir ist dieses Jahr nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufgekommen, aber dafür können die Griswolds ja nichts, sie haben sich wie immer größte Mühe gegeben. ♥

Passengers (Netflix): Ah, ich mochte „Passengers“ mehr als ich sollte. Ehrlich, die ersten zwei Drittel des Films haben mich total abgeholt. Das Konzept – zwei Menschen erwachen Jahrzehnte zu früh aus einem künstlichen Schlaf auf einem Raumschiff – ist richtig spannend. Und Jennifer Lawrence und Chris Pratt harmonieren wirklich gut. Am Ende hätte man daraus einen richtigen Thriller oder ein echtes Drama machen können, hat sich aber für einen anderen Weg entschieden. So ist der Spaß durch das Ende etwas getrübt, aber sicherlich nicht verdorben.

Primal Fear (dt. Zwielicht, Netflix): Wie lange die 90er schon her sind und was sich seitdem alles verändert hat, fällt mir vor allem in Filmen immer wieder auf. Dieser ist von 1996 und sieht für mich aus, als wäre er von 1982. :-D Der Geschichte tut das aber keinen Abbruch. Edward Nortons Figur sorgt am Ende für einen Twist, den ich ganz ehrlich nicht habe kommen sehen. Ich dachte echt, ich hätte die Story durchschaut. Dem war nicht so. Fand ich super.

Superbad (Netflix): Ich mag ja „Adventureland“, Greg Mottolas zweiten Film, sehr. Seinen ersten „Superbad“ mochte ich dagegen nicht so. Dabei sehe ich Jonah Hill, Bill Hader und Emma Stone eigentlich gerne. Mir war der Humor einfach zu platt. Für mich reiht sich der Film ein in die Tradition von American Pie und Co. Nein, nicht meins.

The Amazing Spider-Man (Prime): Habe ich Andrew Garfield oben noch für seine Rolle in „tick, tick… BOOM!“ kritisiert, werde ich das hier nicht tun. Denn mir hat „The Amazing Spider-Man“ wirklich viel Spaß gemacht. Schade, dass der so unter dem Radar läuft, das ist richtig gute Unterhaltung. Freue mich schon auf den zweiten Teil, den ich direkt mal auf meine Watchlist gesetzt habe. Und ja, ich wurde auch schon gespoilert, was „Spider-Man: No Way Home“ angeht… ;-)

The Devil All The Time (Netflix): Noch so ein toller Film, der viel zu wenig beachtet wird. Mit starkem Cast (u. a. Tom Holland, Robert Pattinson, Sebastian Stan) und spannender Story gibt’s über zwei Stunden spannende, brutale und manchmal auch sarkastisch-absurde Unterhaltung. Richtig gut fand ich übrigens den Erzähler – ein Element, das in Filmen viel zu selten zum Einsatz kommt!

The Edge of Seventeen (Netflix): Freundschaft zwischen zwei Mädchen zerbricht fast daran, dass die eine sich in den Bruder der anderen verliebt und die andere damit nicht umgehen kann. Es folgt: Teenagerdrama, High-School-Drama, Familiendrama. Leichte, aber dann doch nicht komplett seichte Unterhaltung.

The Holiday (dt. Liebe braucht keine Ferien, Rewatch, Prime): Ein Weihnachtsfilm geht noch. Diesen hier haben der Herr Koch und ich am späten Heiligabend noch geschaut. In Sachen Klischees und Weltbild merkt man, dass er schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. Aber um sich mit Weihnachtsstimmung einlullen zu lassen, geht der allemal noch.

The Hundred-Foot Journey (dt. Madame Mallory und der Duft von Curry, Netflix): Filme übers Kochen sind ein großer Hit in diesem Haushalt. Dieser hier über eine indische Kochfamilie, die in der französischen Provinz einen Neuanfang wagt und dabei den Unmut der Besitzerin eines Sternerestaurants auf sich zieht, ist zwar vorhersehbar, aber dennoch irgendwie charmant. Und außerdem möchte ich jetzt auch in die französische Provinz ziehen!

The Lincoln Lawyer (dt. Der Mandant, Netflix): Ich mag ja solche „Hat er es getan oder nicht“-Krimi-Gerichtsfilme. Dieser war auch durchaus spannend, hat mich aber längst nicht so gut unterhalten wie z. B. „Primal Fear“.

Serien Dezember

Brooklyn Nine-Nine (Netflix, Staffel 5): Ich muss eigentlich gar nichts mehr zu „Brooklyn Nine-Nine sagen“. Große Liebe nach wie vor. Ich denke, das wird sich auch nicht mehr ändern.

Dawson’s Creek (Netflix, Staffel 1): Es hat lange gedauert, bis ich diese Staffel beendet hatte. Irgendwann im Sommer habe ich schon damit angefangen, dann lange pausiert und sie nun wieder hervorgekramt. Das liegt wohl auch daran, dass ich erst nicht so recht damit warm geworden bin. Ich glaube aber, das könnte 2022 was werden mit mir und den weiteren Staffeln.

You (Netflix, Staffel 3): Ich wollte die dritte Staffel gar nicht mehr gucken, nachdem mir die zweite schon zu blutrünstig war. Natürlich hab ich es doch gemacht. Ich habe den Eindruck, dass die Serie sich selbst nicht mehr ernst nimmt. Es wird gemordet und danach halt mit dem Alltag weiter gemacht. Was für Joe natürlich heißt, dass er eine neue Obsession findet. Staffel 4 ist wohl schon in trockenen Tüchern. Die gucke ich mir dann aber wirklich nicht mehr an. Wirklich nicht!

Highlights Dezember

Top-3-Filme

  1. The Devil All The Time
  2. Ich bin dein Mensch
  3. Gone Girl

Top-Serienstaffel

Brooklyn Nine-Nine (Staffel 5)

Zum Jahresabschluss hatte ich noch mal einen richtig tollen Filmmonat! Habt ihr die Feiertage auch genutzt und ein paar Dinge geschaut, die schon länger auf eurer Liste standen? Erzählt doch mal – auf meiner Watchlist für Januar ist noch reichlich Platz. ;-)