Willkommen im Juni!

Hä?

Ja, medial lebe ich noch im Frühling. Und ihr als Lesende nun auch, herzlichen Glückwunsch! Aber ich arbeite wirklich hart daran, das zu ändern. Ganz ernsthaft. Also haltet die Augen offen, denn die Filme und Serien aus dem Juli werden nicht mehr lange auf sich warten lassen!

Noch ein kurzes Wort dazu, warum es hier still war die letzten Wochen. Ich war mit mir selbst beschäftigt. So einfach ist das. Jetzt habe ich aber endlich das Gefühl, dass sich alles sortiert und ja, auch normalisiert.

Der Herr Koch, ich und (fast) alle, die uns wichtig sind, sind endlich vollständig geimpft, Ende August haben wir zwei Wochen Urlaub und so langsam trauen wir uns auch wieder, langfristigere Zukunftspläne zu schmieden, die über die nächsten vier Wochen hinausgehen. Auch wenn die Coronatendenz natürlich schon wieder schlecht aussieht.

Aber trotzdem: Das Leben kann ja nicht ewig stillstehen. Nicht alle Pläne kann man noch fünf oder zehn Jahre aufschieben in der Hoffnung, dass es dann besser, sicherer, schöner ist. Und mit diesen halbwegs weisen Worten fliehe ich auch schon wieder aus der Realität – und zwar in die Filme und Serien des Junis, bei denen von „sensationell gut“ bis „einfach fürchterlich“ einfach alles dabei war!

Juni

10 Cloverfield Lane (Prime): Kidnappingdrama oder Weltuntergangsfilm? Der Film kann sich nicht entscheiden – und so richtig gut tut ihm das nicht, finde ich. Hat mich nicht vollends überzeugt.

(500) Days of Summer (Disney+): Nette Romantikkomödie mit interessantem Erzählkonzept. Mag Zoey Deschanel gern, deshalb kleiner Bonus.

A Few Good Men (Eine Frage der Ehre) (TV): Weiß nicht warum, aber irgendwie hatte ich in den letzten Wochen eine Tendenz zu Kriegs-/Militärfilmen (kleiner Spoiler für Juli…). Dieser hat mir eher weniger gut gefallen. Zu viel Testosteron vermutlich. ;-)

Argo (Netflix): Ich kann nur immer wieder betonen, dass ich Ben Affleck als Schauspieler wirklich  mag. Man muss ihm halt nur die passende Rolle geben und ihn nicht Batman spielen lassen, dann kann der Mann was. Argo ist echt spannend und hat mir sehr gefallen.

Black Panther (Disney+): Ist das Chadwik Bosemans größtes Vermächtnis? Ich mochte den Film sehr und finde es spannend, dass es hier mal nicht ultrapatriotisch zugeht, sondern ernstere gesellschaftliche Probleme Raum finden (z. B. die Flüchtlingsthematik). Trotzdem passt der Film immer noch ins MCU. Bin gespannt, ob der Nachfolger Wakanda Forever auch ohne die eigentliche Hauptfigur funktionieren wird.

Downton Abbey (Prime): Ach ja, die Serie habe ich sehr geliebt. Ich muss zugeben, dass ich deshalb über ein paar Schwächen und Längen im Film hinwegsehen konnte. Wohlfühlkino.

Ex Machina (Netflix): Fast schon kammerspielartig wie hier die Begegnung zwischen Mensch und KI inszeniert wird. Ich mochte den Film sehr, wenngleich das Thema und das Filmende auch etwas gruselig sind.

Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten) (Disney+): Kinder, die nur entstanden sind und nur aufgezogen werden, um als Erwachsene ihre Organe zu spenden. Harter Tobak, hier relativ soft verpackt. Irgendwie komische Mischung aus Drama, melancholischem Coming-of-Age-Film und Sci-Fi. Suche noch nach der Botschaft, die der Film vermitteln will.

Nightcrawler (Netflix): Jake Gyllenhaal als skrupelloser Verbrechenspaparazzi, der auf der Suche nach dem besten Bild vor nichts zurückschreckt. Erschreckend. Oder besser gesagt abstoßend. Habe mich am Ende richtig geekelt vor der Hauptfigur.

Reservoir Dogs (Netflix): Ich versuche es immer mal wieder mit Quentin Tarantino. Und es ist auch nie wirklich schlecht. Aber es begeistert mich halt auch nicht. Hach, schwierig.

School of Rock (Netflix): Ich hatte schlimmen Klamauk erwartet (Jack Black halt), aber das ist School of Rock gar nicht. Hat mich überraschend gut unterhalten. Mag aber auch daran liegen, dass ich zum Sichtungszeitpunkt relativ starke Schmerzmittel intus hatte. Wer weiß das schon.

Scott Pilgrim vs. The World (Netflix): Sorry, aber damit konnte ich gar nichts anfangen. Ein Typ muss die sieben Exfreunde seiner aktuellen Flamme besiegen? Und dann hat der Film auch noch Comicelemente? Nope.

The Big Short (Prime): Ich habe jetzt verstanden, wieso die Immobilienblase in den USA damals geplatzt ist. Musste mich schon konzentrieren, um der Story im Film vollauf folgen zu können, aber das lohnt sich hier. Auch wegen des wahnsinnig gutes Ensembles. Verstehe nur absolut nicht, warum der Film bei Prime und Netflix als Komödie beschrieben wird. Lustig ist der eher nicht.

The Curious Case of Benjamin Button (TV): Im letzten Monat gab es ja schon viel Fincher, hier nun noch mal. Und das ist der schwächste, den ich von ihm bislang gesehen habe. Viel zu lang, viel zu langatmig, viel zu wenig Story. Aber immerhin schöne Bilder.

The Imitation Game (Netflix): Fällt der auch unter die Kategorie „Kriegsfilme“? Vermutlich, schließlich spielt Benedict Cumberbatch hier Alan Turing, der mit seiner Entschlüsselungsmaschine Nazicodes knackt und den Briten damit Kriegsvorteile verschafft. Eigentlich ist es aber (auch) die traurige Lebensgeschichte eines Genies, das Opfer von Konventionen seiner Zeit wurde. Hat mich gut unterhalten und gleichzeitig traurig gemacht.

The Notebook (Wie ein einziger Tag) (Netflix): Nein. Nein. Nein. Oberkitschige Schnulze mit richtig, richtig schlimmem Ende. Absolut unterirdisch. Weiß nicht, was Ryan Gosling und Rachel McAdams geritten hat, sich dafür herzugeben. Fürchterlicher Film.

The Post (Die Verlegerin) (TV): Ich hab’s nicht so mit Geschichte. Deshalb hatte ich kein Hintergrundwissen zu den hier dargestellten Geschehnissen. Ich finde im Nachhinein aber, dass man das braucht, weil der Film eben nicht haarklein jeden Zusammenhang erklärt. Konnte mich deshalb nicht richtig darauf einlassen und nicht so gut folgen. Eher mein Problem als das des Films.

The Shape of Water (Netflix): Mein Favorit im Juli. Mit Abstand. Visuell eher ein Märchen, die Story bewegt sich aber irgendwo zwischen Liebe, Drama und Science-Fiction. Mochte das sehr, vor allen Dingen wegen der starken Hauptfigur, die sich einfach nicht beirren lässt und ihrer Intuition folgt. Unbedingt angucken!

Thor: Ragnarok (Thor: Tag der Entscheidung) (Disney+): Thor, Loki und Hulk – was sind die drei bitte für ein Trio? Dazu noch eine rachsüchtige Schwester, ein Zwischenstopp auf einem komischen Müllplaneten (?) und am Ende ein großes Gemetzel. Okay. Bisschen anders als die beiden Thor-Vorgängerfilme. Aber nicht schlecht anders. Mag das, wenn Filme sich nicht so ernst nehmen. Und bitte, wer kann Thor schon ernst nehmen?

Warm Bodies (TV): Überraschend liebenswürdige Zombiekomödie. Auch Untote haben Gefühle!

Serien

Chernobyl (TV, Miniserie): Ich bin dem Konzept „Miniserie“ total verfallen. Superspannend und gleichzeitig erschreckend, wie hier die Katastrophe von 1986 nachvollzogen wird. Tschernobyl war vor meiner Zeit, deshalb umso interessanter für mich. Absolut sehenswert.

Lucifer (Prime, Staffel 5b): Nun lernen wir also wirklich und wahrhaftig Lucifers Vater kennen. Wow. Kein Wunder, dass sich in Staffel 5b fast alles um Familienprobleme dreht. Wir werden sehen, wer am Ende der sechsten und letzten Staffel im Himmel, auf der Erde oder in der Hölle landet. Ich guck sie mir auf jeden Fall im September an.

Mindhunter (Netflix, Staffel 2): Habe weiterhin nur Liebe für Mindhunter. Staffel 2 setzt einen anderen Fokus und lässt Holden und Bill mehr „richtige“ FBI-Arbeit machen und weniger Serienmörder interviewen. Aber auch das machen sie großartig. Dazu noch Anna Torv als Wendy Carr, die versucht, trotzdem das Projekt voranzubringen, Holdens Panikattaken und Bills familiäre Probleme. Da ist richtig viel los  und gleichzeitig fügt sich alles so wunderbar ineinander und wird ohne Hektik und Geballer erzählt. Wenn eine Serie eine Fortsetzung verdient, dann diese. Bin Mindhunter komplett verfallen.

New Girl (Netflix, Staffel 6): Bye bye, Jess! Es waren sechs schöne Staffeln im Loft. Tue mich oft schwer mit Comedy, hier war es aber ganz leicht, die Truppe zu mögen.

The IT Crowd (Netflix, Staffel 1): Zwei IT-Nerds bekommen eine neue Chefin, die keine Ahnung von IT hat, von der sie aber sonst so einiges lernen können. Habe nach der ersten Staffel erstmal pausiert, weil ich mir britischen Humor nicht durchgängig geben kann (ist doch speziell), aber fühlte mich von der Serie doch gut unterhalten (wenngleich mir manches rückblickend etwas sexistisch vorkommt – allerdings hat die Staffel eben auch schon 15 Jahre auf dem Buckel).

White Collar (Prime, Staffel 6): Unglaublich aber wahr: Wir haben White Collar beendet – und es gab sogar noch einen kleinen Twist am Ende. Wie könnte es auch anders sein bei Neal Caffrey, dem alten Ganoven.

Highlights des Monats

Top-3-Filme

  1. The Shape of Water
  2. The Imitation Game
  3. Ex Machina

Top-Serienstaffel

Mindhunter (Staffel 2)

Also The Notebook fand ich einfach nur fürchterlich! Welcher Film hat euch in letzter Zeit so richtig enttäuscht? Und was kann ich nur tun, um mit Quentin Tarantino warm zu werden? Soll ich es mal mit Once upon a time… in Hollywood versuchen? Die Besetzung klingt sehr vielversprechend…