Ja, ich weiß: Es ist schon Juli und ich bespreche hier Filme und Serienstaffeln aus dem Mai. Eigentlich wollte ich den Mai und den Juni direkt zusammen abfrühstücken, aber das sind sooo viele Filme, das wäre ein 10.000-Wörter-Beitrag geworden. Und das will ja keiner lesen (und ich will es auch nicht schreiben)

Man merkt also: Ich verbrachte auch im Frühling immer noch viel Zeit vor dem TV. Was soll man auch machen, wenn man nicht geimpft ist und man eigentlich sowieso nicht vor die Tür kann, weil die Gräserpollenbelastung einfach unerträglich hoch ist?

Ich sehe es inzwischen positiv: Wenn 2021 schon alles scheiße läuft, bringe ich wenigstens meine filmische Bildung voran. Und im Mai habe ich in der Tat einige moderne Klassiker nachgeholt, die schon sehr lange auf meiner Liste waren. Dazu noch ein paar Marvelhelden und eine neue Lieblingsserie – fertig ist der mediale Mai 2021!

Filme

An Officer and a Gentleman (Netflix): Ich hatte Lust auf einen Ausflug in die 80er. Und für einen Sonntagnachmittag war das genau der richtige Film. Wie jung Richard Gere hier einfach ist, unfassbar.

Captain America: Civil War (Disney+): Offensichtlich mögen viele Captain America: The Winter Soldier lieber als Civil War. Ich nicht. Ich bevorzuge Civil War, vermutlich weil viele der anderen Helden auch dabei sind. Kann aber auch daran liegen, dass ich mit dem Winter Soldier als Figur nicht viel anfangen kann…

Der Vorname (TV): Klischeehaft besetzt (Christoph Maria Herbst als Besserwisser, Florian David Fitz als chauvinistisches Ekel), aber dennoch überraschend unterhaltsam. Kann man sich anschauen.

Doctor Strange (Disney +): Achtung, Sherlock betritt das MCU! Ich sehe Benedict Cumberbatch wirklich gerne, allein deshalb konnte der Film bei mir schon punkten (auch wenn der Eso-Karate-Kram eher nicht mein Ding ist).

Fight Club (Prime): Leute, Real talk: Das ist ein guter Film, wirklich. Gut besetzt, gut gespielt und ich verstehe auch den Hype irgendwie. Aber ich habe zwei Kritikpunkte: 1) Nach zwei Dritteln des Films ist doch völlig klar, welcher Twist am Ende wartet und 2) zu viel rohe Gewalt, viel zu viel. Finde andere Fincher-Filme besser, sorry.

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Disney+): Baby Groot! ♥ Die Story ist nicht so stark wie bei Vol. 1 und auch die Musik nicht so gut. Dennoch sehr unterhaltsam. Ich mag die Truppe rund um Peter Quill unglaublich gern.

I, Tonya (Netflix): Warum fliegt dieser Film so unter dem Radar? Darüber sollte viel mehr gesprochen werden. Sehenswerte Filmbiographie der Eiskunstläuferin Tonya Harding mit einer großartigen Hauptdarstellerin Margot Robbie.

Into the Wild (TV): Schöne Bilder, traurige Geschichte. War mir aber zu lang und hat mich weder gefesselt noch berührt. Nicht mein Ding.

Knives Out (Prime): Hier verstehe ich den Hype nicht ganz. Ja, das ist kein schlechter Krimifilm, aber auch kein großartiger. Weiß auch nicht, warum es nun unbedingt eine Fortsetzung davon braucht. Ich warte nicht sehnsüchtig darauf…

Prisoners (Netflix): Es sollte mehr Filme wie Prisoners geben. Punkt. Das Ende hat mich ein bisschen gestört, aber bis dahin ist es ein unglaublich spannender Film, der mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Da stört auch die lange Laufzeit (2 1/2 h) nicht.

Room (Netflix): Filme mit Kindern in den Hauptrollen können schwierig sein. Hier ist das nicht so. Besonders gefallen hat mir, dass der Film nicht mit der Rettung endet, sondern zeigt, welche Probleme eigentlich zu Hause auf Joy und Jack warten.

Spider-Man: Homecoming (Netflix): Ist Spider-Man eigentlich (neben Batman und Superman) der Superheld, dem am meisten Verfilmungen gewidmet wurden? Nach seinem Auftritt in Captain America: Civil War (s. o.) bekommt Peter Parker nun also seinen eigenen Film. Unterhaltsam. Leichte Kost. Mal was anderes als immer nur patriotische Weltrettung mit Steve, Tony und Co.

The Royal Tenenbaums (Disney+): Ich wusste vorher nicht, dass das ein Wes-Anderson-Film ist. Ich wusste es aber nach den ersten zehn Sekunden. Spannend, wie einzigartig sein Look ist, dass man sowas sofort erkennt. Bin leider kein echter Anderson-Fan, aber wenn man es ist, wird man die Royal Tenenbaums sicherlich mögen.

The Shawshank Redemption (Die Verurteilten) (Netflix): Großartiger Klassiker ohne Schwächen. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Zodiac (Netflix): Fincher noch mal. Noch mal mit einem guten Film, der aber auch nicht sein bester ist (das ist The Social Network, dicht gefolgt von Se7en, falls irgendwer fragt). Ich mag die Geschichte, ich mag auch die ruhige, langsame Erzählweise. Ich mag das Ende leider überhaupt nicht und das gibt dann doch einige Abzüge. Schade.

Serien

Daredevil (Netflix, Staffel 3): Die letzte Staffel Daredevil widmet sich wieder Wilson Fisk, was nach einer schwächeren zweiten Staffel eine Wohltat ist. Denn gerade mit ihm als Gegenspieler ist Daredevil stark. Und auch Karen und Foggy bekommen in Staffel 3 endlich mehr Profil. Schade, dass die Serie nicht weiter fortgesetzt wurde. Mit ein bisschen gutem Willen funktioniert das Staffelende als Serienende, aber perfekt ist es natürlich nicht.

Mindhunter (Netflix, Staffel 1): Für Mindhunter habe ich nichts als Lob. Wirklich nichts anderes. Alles daran ist fantastisch. Der Cast, die Story, die Erzählweise, die ästhetischen Bilder. Die Geschichten über zwei FBI-Agenten, die sich in den 70er Jahren erstmals dem Phänomen „Serienmörder“ widmen und dafür berühmt-berüchtigte Killer in Gefängnissen in allen Teilen der USA interviewen, könnte ich mir stundenlang anschauen. Und habe das im Mai auch getan.

Suits (Netflix, Staffel 9): In zehn letzten Folgen habe ich mich von Donna, Harvey, Louis und Co. verabschiedet. Suits habe ich immer gerne geguckt, auch wenn die ersten Staffeln sicherlich die stärksten sind. Am Ende gibt’s dann einen kitschigen Abschluss, der genau das liefert, was man sich als Fan wünscht. Was will man mehr?

White Collar (Prime, Staffel 5): Ja, wir schauen immer noch White Collar. Fühlt sich schon wie ein Running Gag an, das hier immer wieder zu schreiben. Ob wir im Juni die sechste und letzte Staffel geschafft haben? Stay tuned!

Highlights des Monats

Top-3-Filme

  1. Prisoners
  2. I, Tonya
  3. The Shawshank Redemption

Top Serienstaffel

Mindhunter (Staffel 1)

Welchen modernen Filmklassiker konntet ihr zuletzt von eurer Watchlist streichen? Ich bin immer wieder überrascht, wie gut viele Filme auch mit zehn oder mehr Jahren auf dem Buckel noch funktionieren. Und welche Serie hat euch in letzter Zeit richtig in ihren Bann gezogen?