Ja, das lief gut mit dem Bloggen im Februar. Nicht. Anfang des Monats hatte ich Schmerzen im Unterarm, die mich am Wochenende lieber vom Laptop ferngehalten haben. Und den restlichen Monat hatte ich schlicht keine Lust auf Schreibtisch in der Freizeit. Je länger diese Pandemie andauert, desto mehr habe ich den Eindruck, komplett ferngesteuert zu sein und Tag für Tag das gleiche, monotone Programm abzuspulen. Am Wochenende bin ich dann – durch sehr arbeitsreiche Tage, durch anhaltende Schlafstörungen, durch die bescheidene Gesamtsituation – so erschöpft, dass es nur noch für Spaziergänge und Nachmittage/Abende auf dem Sofa reicht. Happy 2021.

Immerhin hatte ich diese Woche zum Geburtstag des Herrn Kochs zwei Tage frei. Der richtige Anlass, um den Resturlaub 2020 aufzubrauchen und sich mal ein langes Wochenende zu gönnen. Auch wenn der Geburtstag natürlich als komplett coronakonforme, haushaltsinterne Veranstaltung ohne Gäste stattfand, war es doch eine willkommene Abwechslung, inklusive Kuchen, Geschenken und Abendprogramm mit einem netten Film. Den ich hier nicht besprechen kann, weil er ja schon in den März fällt. Aber was es im Februar in der Flimmerkiste gab, das fasse ich nachfolgend mal mehr, mal weniger komprimiert zusammen.

Filme

Battle of the Sexes (Netflix): Wenn es eine Sportart gibt, für die ich mich noch einigermaßen interessiere, dann ist es Tennis. Gute Voraussetzungen für den Film, der die Geschichte rund um das Duell Billie Jean King – Bobby Riggs erzählt. Eigentlich geht es aber um viel mehr: Ungleichbehandlung im Sport, Abwertung der Leistungen weiblicher Sportlerinnen, Feminismus. Das dargestellte Machogehabe ist aus heutiger Sicht schwer zu ertragen. Unglaublich, dass sowas in den 70er Jahren noch akzeptiert war. Ein guter Film, der dafür sorgt, die emanzipatorischen Leistungen Billie Jean Kings einem jüngeren Publikum vor Augen zu führen.

Burn after reading (Netflix): Schon vor Jahren mal geguckt, nun als Rewatch zusammen mit dem Herrn Koch. Unterhaltsame Komödie mit perfekter Länge (ca. 90 Minuten), wenn man mal Lust auf einen Film hat, aber weder 2 1/2 Stunden noch sehr viel Gehirnschmalz investieren will.

Das perfekte Verbrechen (Netflix): Ich arbeite mich weiter durch Ryan Goslings Filmografie – dieses Mal mit einem Justizkrimi, in dem er als Staatsanwalt versucht, einen schuldigen Mörder hinter Gitter zu bringen, der ihm aber leider einige Schritte voraus ist. Hat mich trotz prominenter Besetzung (Anthony Hopkins spielt den Mörder) nicht komplett gefesselt, kann aber zumindest mit einem unerwarteten Plottwist am Ende aufwarten.

Deadpool 2 (ProSieben): Diese Comicverfilmungen, ne? Die laufen hier bei uns etwas aus dem Ruder (siehe auch weiter unten). Was ich an Deadpool vor allem mag (und was anderen Filmen dieses Genres manchmal gut tun würde), ist die Selbstironie. Der Film nimmt sich – wie auch sein Vorgänger – nicht allzu ernst und weiß auch um seine Schwächen. Ebenfalls gute Unterhaltung für einen Filmabend ohne Anspruch.

Die Entdeckung der Unendlichkeit (Netflix): Ich finde alles rund um das Thema Weltall grundsätzlich spannend, kann aber mit Physik überhaupt nichts anfangen. Trotzdem hat mir die autobiographische Verarbeitung von Stephen Hawkings Leben, für die Hauptdarsteller Eddie Redmayne einen Oscar gewann, gefallen. Der Film schafft den Spagat zwischen Liebesgeschichte und Drama wirklich gut, wobei aber die ernsten Töne überwiegen. Kein Feelgood-Movie, aber auch keine rührselige Mitleidsgeschichte. Ist gerade bei Netflix aus dem Programm geflogen, dafür aber nun bei Prime inklusive.

Fear and Loathing in Las Vegas (Netflix): Motiviert vor allem dadurch, dass dieser Film im März bei Netflix aus dem Programm gekickt wird, schwelgten der Herr Koch und ich in Erinnerungen an unsere Jugend, in der wir beide (lange bevor wir uns kannten) „Fear and Loathing in Las Vegas“  schon mal in Zuständen geistiger Umnachtung sahen. Und uns heute wirklich null an den Inhalt erinnerten. War vielleicht auch besser so, denn nüchtern haben wir uns beide gefragt: Was genau soll das Ganze? ;-)

Gifted – Begabt (Netflix): Chris Evans kann nicht nur den Superhelden, sondern auch den beschützenden Vater/Onkel. Gut sieht er dabei natürlich trotzdem aus. ;-) In „Gifted“ versucht er, seine hochbegabte Nichte Mary vor dem Einfluss seiner Mutter zu schützen. Die will sie unter ihre Fittiche nehmen und aus ihr wie aus Marys verstorbener Mutter ein Mathegenie machen – wie es scheint um jeden Preis. Kann man sich durchaus angucken, hinterließ bei mir aber keinen bleibenden Eindruck.

Justice League (Sat.1): Clever, Sat.1, wirklich clever. Den Hype um den Snyder Cut mitnehmen, um den Originalfilm noch mal im Programm zu platzieren. Nach „Man of Steel“ und „Batman vs. Superman“ ist „Justice League“ der dritte DC-Film, den der Herr Koch und ich geschaut haben. Und zumindest ich fand ihn besser als den Vorgänger „Batman vs. Superman“. Nicht so lang, nicht so wirr, wenngleich trotzdem sicherlich kein Meisterwerk. Die Dynamik zwischen den Helden ist irgendwie hölzern und als wirkliche Einheit empfand ich sie nie. Das gelingt in den Marvel-Filmen meiner Meinung nach deutlich besser. Ob ich mir trotzdem den Snyder Cut geben werden, sollte er irgendwann in Deutschland verfügbar sein? Schon. Die Neugier siegt. ;-)

Moonrise Kingdom (Netflix): Ein Kollege sagte neulich zu mir, in diesem Film sei jedes Standbild ein Gemälde. Und das stimmt auch. Visuell sehenswert, mir aber einfach zu abgedreht und märchenhaft. Nicht meine Art von Film.

Office Space (Netflix): Büroangestellte, die sich durch ihren langweiligen Alltag hassen, in dem sie von ihrem unsympathischen Abteilungsleiter schikaniert werden – so lange, bis einer von ihnen nach einer Hypnose völlig tiefenentspannt ist und nur noch macht, worauf er Lust. Und damit nicht nur durchkommt, sondern Erfolg hat. Auch wenn man dem Film ansieht, wie alt er ist (das Faxgerät allein :-D) ist die Story einfach immer noch total unterhaltsam für alle, die sich täglich durch den Büroalltag schlagen. Nette Komödie für einen entspannten Abend.

RED. Älter. Härter. Besser. (Netflix): In den letzten Monaten haben der Herr Koch und ich einige Actionfilme gesehen. Und dieser reiht sich halt nahtlos ein in Produktionen wie „Stirb langsam“, „Mission: Impossible“, „Jack Reacher“ und wie sie alle heißen. Kann man gucken, kann man auch lassen. ;-)

Shutter Island (Netflix): Hätte mir mal jemand früher sagen können, wie gut (und verwirrend) die Filme mit Leonardo DiCaprio eigentlich alle sind? Die hier erzählte Geschichte wirkt bis zum großen Twist total plausibel und auch danach fügen sich alle Teile neu zusammen und ergeben Sinn. Erzählerisch und inhaltlich schockierende Unterhaltung. Mochte ich.

The Return of the First Avenger (Disney+): Ich weiß immer noch nicht, was ich von Captain America halten soll. Im zweiten Solo-Film arbeitet er in Washington für S.H.I.E.L.D., muss sich aber zusammen mit Nick Fury und Black Widow gegen Feinde zur Wehr setzen, die die Organisation von innen infiltriert und einen  ehemaligen Freund dafür instrumentalisiert haben. Insgesamt eher düsterer Film, bei dem ich das Gefühl hatte, er bringt die Charaktere vor allem in Position für in späteren Folgen stattfindende Schlachten. Mal sehen, ob sich das bewahrheitet.

Thor – The Dark Kingdom (Disney+): Auch der zweite Solo-Auftritt von Thor war im Februar an der Reihe. Vielleicht ist das die Avengers-Welt, die mich persönlich am wenigsten interessiert (zu mystisch, zu fantastisch, zu weit weg vom Leben auf der Erde). Dennoch konnte ich mich auch hier auf die Geschichte einlassen. Und ja, vielleicht mag ich die Liebesgeschichte zwischen Thor und Jane ein bisschen zu sehr…

True Story – Spiel um Macht (Netflix): Von diesem Film hatte ich mir mehr erhofft. Hier gibt James Franco den creepy Mörder, der seine Familie auf dem Gewissen hat und einem renommierten Journalisten vor dem Gerichtsprozess seine Version der Geschehnisse erzählt. Und das war es dann eigentlich auch schon. Mir ist schon klar, dass hier eine reale Geschichte zugrunde liegt. Aber trotzdem hätte man das bestimmt spannender inszenieren können. Hat mich unbefriedigt zurückgelassen.

Serien

Daredevil (Netflix, Staffel 1): Ja, ich weiß: Jetzt auch noch eine Comicserie? Zu meiner Verteidigung: Das war nicht meine Wahl, sondern die des Herrn Kochs. Und auch wirklich keine schlechte, denn die Serie ist gut gemacht. Spannend, mit einem sympathischen Hauptdarstellertrio und einem echt düsteren Blick auf Hell’s Kitchen. Was sich auch daran zeigt, dass alle Folgen FSK 18 sind. Insgesamt gibt es drei Staffeln und ich hoffe, dass am Ende kein schlimmer Cliffhanger auf mich wartet.

New Girl (Netflix, Staffel 4): Immer noch gute Unterhaltung mit der Chaostruppe aus Kalifornien. Immer noch erste Wahl für die leichte Kost am späteren Abend (z. B. nach einer Folge „Daredevil“ ;-). Bin guter Hoffnung, dass auch die verbleibenden drei Staffeln vergnüglich sein werden.

Highlights des Monats

Top-3-Filme

  1. Shutter Island
  2. Die Entdeckung der Unendlichkeit
  3. Office Space

Top Serienstaffel

Daredevil, Staffel 1

Was war euer Highlight im Februar? Und kommt ihr auch nicht (mehr) an Comic-Content vorbei oder lässt euch das komplett kalt?