When I think of this trip, I see David and me in the front seat of his car. We are both so young. He wants something better than he has. I want precisely what he has already. Neither of us knows where our lives are going to go. It smells like chewing tobacco, soda and smoke. And the conversation is the best one I ever had. – David Lipsky

Plot

Im Jahr 1996 landet David Foster Wallace (Jason Segel) mit seinem Roman „Infinite Jest“ (dt. „Unendlicher Spaß“) überraschend einen großen Erfolg. David Lipsky (Jesse Eisenberg), zu dem Zeitpunkt Redakteur beim Rolling Stone und selbst Autor, überzeugt seinen Chefredakteur daraufhin, Foster Wallace auf einer Lesereise durch Minnesota begleiten und darüber einen Artikel schreiben zu dürfen. Fünf Tage verbringen der vom plötzlichen Ruhm überforderte Autor Foster Wallace und der neugierig-neidische Redakteur Lipsky daraufhin miteinander. In unzähligen Gesprächen versucht Lipsky dem Phänomen Foster Wallace auf die Spur zu kommen und den Mann hinter dem Bucherfolg zu verstehen, während es immer deutlicher wird, dass Foster Wallace ganz andere Dinge vom Leben erwartet als kommerziellen Erfolg.

Hintergrundinfo: David Foster Wallace beging 2008 Selbstmord. Der Film basiert auf Lipskys im Jahr 2010 veröffentlichtem Buch „Although Of Course You End Up Becoming Yourself: A Road Trip with David Foster Wallace“, in dem er ihre gemeinsame Zeit Revue passieren lässt und das ein Bestseller wurde.

Review

Ich habe diesen Film zwei Mal gesehen. Beim ersten Mal fand ich ihn gut, aber konnte ihn nicht richtig greifen. Vielleicht war ich auch einfach irritiert davon, Jason Segel in einer ernsten Rolle und mit langen Haaren und Bandana (!) zu sehen. Der Film hat mich aber nicht losgelassen und so habe ich ihn einige Tage später noch einmal geschaut, was die absolut richtige Entscheidung war. Denn The End of the Tour lebt von seinen Dialogen und um die zu begreifen, sollte man aufmerksam sein und nicht nur auf die Haare des Hauptcharakters starren.

Wenn man ehrlich ist, passiert in dem Film nämlich sonst nicht besonders viel. Zwei Männer sind in Minnesota unterwegs und unterhalten sich. Das kann man öde finden. Lässt man sich aber auf diese Gespräche und die Geschichte ein, ist es das nicht. Denn hier versuchen zwei Intellektuelle, einen Draht zueinander zu finden und sich einen Reim darauf zu machen, wie sie in ihre jeweilige Lebenssituation gekommen sind. Das ist emotional, beizeiten konfliktreich, oft lustig, manchmal richtig traurig, aber alles andere als langweilig.

Fazit

Wer ein klassisches Hollywood-Popcorn-Roadmovie erwartet, wird von The End of the Tour enttäuscht sein. Ja, die beiden Protagonisten reisen, aber eigentlich ist es egal, wo sie sich befinden, denn ob im Hotel oder in Foster Wallace‘ vollgestopftem Gästezimmer – alles dreht sich um ihre Gespräche. Und die sind wirklich gut. The End of the Tour ist ein leiser Film für alle, die Lust haben, sich auf die intellektuelle Zwei-Mann-Show einzulassen, die Segel und Eisenberg hier abliefern und bei der man des Öfteren ins Grübeln kommt. Nur dann nicht, wenn die beiden zusammen im Auto „You Oughta Know“ von Alanis Morissette schmettern. Dann singt man einfach nur selbst aus vollem Hals mit.