I don’t want to come off as arrogant here, but I’m the greatest botanist on this planet.

Plot

In einer Zukunft, die sich nicht stark von unserer Gegenwart unterscheidet, ist es der Menschheit gelungen, bemannte Raumfahrtmissionen zum Mars durchzuführen. Während des Aufenthalts der Ares III kommt es jedoch zu einer Katastrophe. Am 18. Tag zwingt ein schwerer Sandsturm sie zum Abbruch der Mission und auf dem Weg von der Basisstation zum Raumschiff wird einer der Astronauten, Mark Watney (Matt Damon), von einem herumfliegenden Gegenstand getötet. Das nehmen zumindest die übrigen Crewmitglieder an und verlassen den Planeten.

Watney, ein Botaniker, ist allerdings alles andere als tot und findet sich auf einmal mutterseelenallein auf dem Mars wieder – mit knapp werden Lebensmittelvorräten und keiner Möglichkeit, mit der Erde oder den anderen Crewmitgliedern Kontakt aufzunehmen. Nun ist sein Überlebens- und Improvisationstalent geplant, um einen Weg zu finden, auf dem Mars zu überleben, bis vier Jahre später die nächste Marsmission eintrifft. Was er nicht weiß: Auch die NASA entdeckt nach einiger Zeit, dass er noch lebt – und die ganze Menschheit fiebert mit, ob es gelingt, ihn zu retten.

Review

Eine Botaniker allein auf dem Mars – das könnte eine ziemlich eintönige Angelegenheit werden, denn auf dem roten Planeten gibt es bekanntlich wenig Spektakuläres zu sehen. Eintönig ist dieser Film allerdings überhaupt nicht. Gut, man sollte kein Problem mit Matt Damon haben, denn der bestreitet ihn zu großen Teilen alleine. Und ich meine, wirklich alleine, denn sein Charakter hat lange Zeit keinen Kontakt zu anderen Menschen und werkelt einfach nur an seiner Behausung, züchtet Kartoffeln, fährt mit dem Mars-Rover herum oder hört Discomusik, die er in den Sachen seiner Crewkollegion gefunden hat und abgrundtief hasst.

Deshalb ist gerade sein Tagebuch, in dem er sehr lapidar und nüchtern, aber auch lustig und manchmal zynisch seine Abenteuer und Rückschläge auf dem Mars festhält, so unfassbar wichtig und gibt dem Film – angelehnt an die Buchvorlage von Andy Weir, die es ebenso macht (und übrigens auch sehr empfehlenswert ist) – Struktur. Als Zuschauerin habe ich die 144 Minuten wirklich genossen und mitgefiebert, ob Watney es schafft, vom Mars gerettet zu werden. Da fand ich selbst den Anbau und Verzehr von Kartoffeln spannend (und war mit Watney traurig, als der Ketchup, den er dazu gerne isst, aufgebraucht war.)

They say once you grow crops somewhere, you have officially colonized it. So, technically, I colonized Mars. In your face, Neil Armstrong!

Fazit

Ich gebe es zu: Ich habe eine Schwäche für Weltraumgeschichten – vor allem solche, die realistisch anmuten. Deshalb habe ich „Der Marsianer“ vom ersten Moment an geliebt. Denn der Film erzählt ein Szenario, das in einer nicht weit entfernten Zukunft wirklich passieren könnte. Ein Mann ist auf dem Mars auf sich allein gestellt – und auf der Erde wird alles daran gesetzt, ihn zu retten. Damit das gelingt, sind unglaubliche Kraftanstrengungen und Risiken auf beiden Seiten nötig, was der Geschichte ihre emotional-dramatische Komponente gibt und den Gegenpol bildet zu lustigen oder abstrusen Dingen, die Watney auf dem Mars passieren. Weil er Situationen falsch eingeschätzt hat, weil ihm Equipment fehlt oder ihm der Planet einfach einen Strich durch seine Pläne macht. Wenn das dann noch mit ABBAs „Waterloo“ unterlegt wird – was kann man sich mehr von einem Film wünschen?