Ich wollte ja noch ein Fazit zu Wortmans Projekt „Ein Objekt an 29 Tagen“ schreiben, an dem ich im Februar teilgenommen habe und das mir viel Freude bereitet hat. Jetzt – fast drei Wochen später – komme ich endlich dazu. Heute ist der zweite Tag der Osterferien in Niedersachsen (Ja, die Ferien begannen auf einem Freitag – fragt nicht, warum. In diesem Bundesland ist einfach alles seltsam, v. a. alles, was mit Schule zu tun hat. Diesen Umstand gilt es hinzunehmen, ansonsten verbringt man seine Tage mit lauter „Warum?“-Fragen und kommt zu gar nichts, weil man keine Antwort bekommt oder über die Antwort stundenlang Bauklötze staunt.). Passenderweise bin ich seit Mittwoch krank und keuche und röchele und schniefe so eklig vor mich hin, dass keiner sich um mich haben möchte. Selbst das auserwählte Exemplar Mann hat die letzten beiden Nächte lieber auf dem Sofa geschlafen. Jeder bekommt ja das, was er verdient und ich verdiene offenbar soziale Isolation.
Dann kann ich die Zeit für mich allein ja auch produktiv nutzen und noch einmal auf das Februarprojekt zurückblicken. Interessanter- und irgendwie auch erschreckenderweise bekommt man einen ganz guten Einblick in mein Leben, wenn man den Zustand meines Schreibtisches betrachtet. Ich arbeite dort, ziemlich viel sogar. Ich trinke dort gerne Kaffee, wenn es stressig wird auch begleitet von Schokolade oder Kuchen. Meistens räume ich den Schreibtisch abends auf, nur selten bin ich dazu zu müde oder zu faul. Habe ich mal ein bisschen Freizeit und/oder Feierabend, hat auch der Schreibtisch Pause. Das auserwählte Exemplar Mann in seiner pragmatischen Art legt dann dort völlig unverfroren auch schon mal zusammengelegte Wäsche ab. Zu Schreibtischen hat er eine komplett emotionslose Beziehung, sie sind für ihn einfach nur Tische, so wie für mich Töpfe einfach nur Geräte zum Kochen sind. So viel dazu. ;-)
Insgesamt hat mir das Projekt viel Spaß gemacht und mich dazu gebracht, wirklich jeden Tag hier etwas zu veröffentlichen. Rückblickend bin ich auch ein bisschen stolz, es einen Monat durchgehalten zu haben. Ehrlicherweise muss ich aber auch zugeben, dass ich ein kleines bisschen froh war, als der Februar um war. An manchen Tagen empfand ich es als anstrengend, neben all dem täglichen Wahnsinn auch noch an das Foto zu denken und es hochzuladen. Seit Februar bin ich deshalb auf jeden Fall Fan der WordPress-App, ohne die ich das Projekt bestimmt nicht durchgezogen hätte. Positiver Nebeneffekt: Ich lese dort jetzt auch wieder mehr, was auf den Blogs passiert, denen ich folge. Das Smartphone ist ein Zeitfresser, aber manchmal eben auch einfach praktisch.
Die nächsten zwei Wochen sind hier Osterferien. Bis Ostern machen das auserwählte Exemplar Mann und ich Urlaub, danach muss er wieder an den Herd und ich an den Schreibtisch. So schließt sich der Kreis. Dann schaffe ich es bestimmt auch, mal wieder einen richtigen Beitrag zu veröffentlichen, zum Thema Serien oder so. Bis dahin – habt ein schönes Wochenende und haltet euch von den fiesen Viren fern!

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