Hmm, so langsam gehen mir die Fußballanspielungen aus; dies ist ja immerhin schon der dritte Beitrag aus der Kategorie „Englische Wochen“ (die vorigen finden sich übrigens hier und hier). Daher versuche ich jetzt auch gar nicht, hier auf Teufel komm raus eine Verbindung zwischen dem langweiligen Spiel mit dem Runden und dem Eckigen und den im Titel genannten Science-Fiction-Serien herzustellen. Lieber mitten rein ins Getümmel! (Achtung, Text enthält Spoiler!)

Doctor Who (Staffel 2 und 3)

Ich muss ja gestehen, dass mir Staffel eins von Doctor Who zwar gut gefallen, mich aber jetzt nicht zum absoluten Whovian gemacht hat. Die Idee der Serie ist nett, aber so richtig warm geworden bin ich mit Christopher Eccleston als Doctor irgendwie nicht (Bitte nicht steinigen jetzt – es ist einfach so!). Da aber am Ende der ersten Staffel ein anderer Schauspieler in die Rolle des Doctors schlüpft, war ich gespannt, wie dieser die Rolle mit Leben füllen würde. Im Gegensatz zum doch eher in sich gekehrten und auch etwas melancholischen Doctor der ersten Staffel, zeigt sich bereits in den ersten Folgen der zweiten Staffel, dass der nun von David Tennant verkörperte Doctor wesentlich quirliger, frecher und insgesamt von heiterer Natur ist als sein „Vorgänger“. Zusammen mit Rose, mit der er im Laufe von Staffel zwei immer vertrauter wird, begibt er sich auf die Reise in Vergangenheit und Zukunft und in den Kampf mit Cybermen, Daleks, Odd und allerlei weiteren Alienspezies. Der übergreifende Handlungsbogen dieser Staffel dreht sich um Torchwood, ein überstaatliches Institut, das sich der Untersuchung von mit Aliens zusammenhängenden Vorfällen auf der Erde widmet. In Staffel zwei wird damit die Grundlage für die Spin-Off-Serie Torchwood gelegt, deren Hauptfigur Captain Jack Harkness (John Barrowman) ist und der ich mich weiter unten widme.

Am Ende der zweiten Staffel steht die dramatische und dauerhafte Trennung des Doctors von Rose – unser Lieblingstimelord steht damit ohne Begleiterin dar. Im Chrstimas Special übernimmt Donna Noble (Catherine Tate) diese Rolle, die ihn allerdings (zunächst?) nicht auf weitere Reisen begleiten will. So steht am Anfang von Staffel drei v.a. die Suche nach einem geeigneten neuen Companion – etwas, das dem Doctor nach dem schmerzlichen Verlust von Rose sichtlich schwer fällt. Schließlich jedoch holt er sich Martha Jones (Freema Agyeman), abenteuerlustige angehende Ärztin, an Bord der Tardis. Staffel drei beschert dem Doctor zudem ein Wiedersehen mit Captain Jack Harkness und natürlich den unvermeidlichen Daleks (die ich wirklich zunehmend lieb gewinne – welch eine großartig-beängstigende Spezies!). Während die übergreifende Handlung in Staffel zwei noch ziemlich explizit zu erkennen war (Wirklich, da fällt ja in jeder Folge das Wort „Torchwood“. Manchmal war mir das ein bisschen zu viel – ich bin ja nicht blöd!), ist dieser in Staffel drei etwas versteckter und schlauer gemacht: Die letzten Wortes des Face of Boe in Folge 3×03 („You are not alone.“) und die zeitweilige Verwandlung des Doctors in einen Menschen (3×08/3×09) bilden die Grundlage für eine Enthüllung der schockierenderen Art gegen Ende der Staffel: Der Doctor ist wirklich nicht allein, er ist nicht der einzige Timelord im Universum! Auch wenn der Doctor aus dem finalen Kampf als Sieger hervorgeht, bringt auch das Ende dieser Staffel die Trennung von Doctor und Begleitung mit sich, so dass diese Frage am Anfang der nächsten Staffel erneut zu klären sein wird.

Fazit: In Staffel zwei und drei kommt die Serie Doctor Who so richtig in Fahrt, was – wie ich finde – v.a. am neuen Hauptdarsteller liegt. David Tennant macht seine Sache einfach nur großartig und verleiht den Episoden mit seiner beschwingt-energischen Darstellung des Doctors einen besonderen Charme, dem man sich schwer entziehen kann. Auch die Begleiterinnen können überzeugen, wobei der Verlust von Rose mich als Zuschauer zunächst irritiert hat und es etwas gedauert hat, bis ich mich an Martha gewöhnt hatte. Dennoch fühle ich mich nach drei Staffeln nun pudelwohl im Doctor-Who-Universum; mit den wichtigsten Elementen und Gegenspielern ist man nach drei Staffeln vertraut und so kann man sich ganz auf die Geschichten einlassen. Ohne Umschweife geht es daher für mich in naher Zukunft mit Staffel vier (der letzten mit David Tennant – schnief!) weiter.

Torchwood (Staffel 1)

Nachdem einem in Staffel 2 von Doctor Who ja wirklich unmissverständlich und wiederholt unter die Nase gerieben wird, was es mit Torchwood auf sich hat, liegt es nahe, auch mal einen Blick auf die gleichnamige Spin-Off-Serie zu riskieren. Im Mittelpunkt dieser steht der noch aus Doctor Who, Staffel 1 bekannte und nun unsterbliche Captain Jack Harkness (John Barrowman), der mit seinem Team – bestehend aus der ehemaligen Polizistin Gwen Cooper (Eve Myles), dem Arzt Owen Harper (Burn Gorman), der Expertin für Technik&Computer Toshiko Sato (Naoko Mori) sowie dem „Mädchen für alles“ Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) – mit Aliens in Zusammenhang stehende Vorfälle und Verbrechen untersucht. Oder, wie Captain Jack es am Anfang jeder Folge per Voice Over beschreibt:

„Torchwood: outside the government, beyond the police. Tracking down alien life on Earth, arming the human race against the future. The twenty-first century is when everything changes. And you’ve got to be ready.“

Der Inhalt der Serie ist schnell erzählt: Prinzipiell ähnelt diese nämlich stark Doctor Who – nur ohne Doctor und mit festem Schauplatz auf der Erde (Cardiff). Es gibt eine Art Kommandozentrale – genannt „Hub“ – von der aus das Team operiert und die Fälle koordiniert. Diese Fälle reichen von Begegnungen mit Aliens, Monstern und Kannibalen bis hin zur Wiederauferstehung von den Toten und Zeitreisephänomenen. Auffällig ist, dass die Serie ganz offensichtlich ein anderes, wesentlich älteres Publikum ansprechen soll als Doctor Who. Sie ist wesentlich düsterer, es gibt mehr Gewalt, es gibt brutalere Gewalt, es gibt Sex (mit dem anderen Geschlecht, mit dem gleichen Geschlecht, mit Aliens) – all dies gibt es beim Doctor nicht. Trotzdem bleiben Jack Harkness und auch Torchwood letztlich Elemente des Doctor Who-Kosmos, was auch der Cliffhanger am Ende von Staffel 1 (unverkennbares Tardis-Geräusch!) verdeutlicht. Dieser schließt zu allem Überfluss auch noch nahtlos an „Utopia“, die elfte Folge der dritten Doctor Who-Staffel an.

Fazit: Als echter Doctor Who-Fan ist Torchwood vermutlich ein Muss. Mich hat die Serie allerdings nicht so gefesselt wie die Stories um Doctor, Companion und die Tardis. Sie lebt v.a. vom mehr als charismatischen John Barrowman, der schon in Doctor Who als Captain Jack überzeugt hat (und den ich dort auch sehr gerne sehe) und von Eve Myles, die als Team-Neuzugang zusammen mit dem Zuschauer in die Torchwood-Welt einsteigt. Ein die Staffel umspannender Handlungsbogen wäre schön gewesen; ohne diesen entwickeln sich die Fälle eher nach dem „Monster of the week“-Schema, wogegen ja prinzipiell nichts einzuwenden ist, was aber dem heutigen TV-Serien-Liebhaber eher selten unterkommt. Dennoch ist Torchwood für Doctor Who-Fans, Sci-Fi-Liebhaber und v.a. John Barrowman-Verehrer sicherlich nicht verkehrt. Bei Gelegenheit gucke ich mir die drei weiteren Staffeln vermutlich auch noch an.