In Anbetracht der Tatsache, dass ich nun schon fast ein Jahr blogge (Wahnsinn!) und auch das kalendarische Jahr 2013 sich dem Ende neigt, ergreift auch mich eine der Jahreszeit irgendwie anhaftende Melancholie, die mich zurückblicken lässt. Der geneigte Leser weiß, dass ich in diesem Blog vor allem über zwei Dinge schreibe: Über mein Studium und über Fernsehserien. Beide Themen verdienen eine Rückblick, da es aber in der Uni gerade mal wieder drunter und drüber geht und ich fürchte, dass ein Beitrag darüber heute viel zu negativ ausfallen würde, fange ich mal mit den Serien an.

Obwohl erst im Sommer gestartet, hat mein kleines Serienprojekt eigentlich schon früher begonnen. Auslöser war nämlich das Ende meiner absoluten Lieblingsserie Fringe im Januar, das mich tatsächlich mehr mitgenommen hatte als gedacht. Oder sagen wir mal so: Durch die Tatsache, dass keine neuen Folgen mehr produziert und ausgestrahlt wurden, hatte sich eine Lücke aufgetan, die anfangs noch durch Konsum der bereits bekannten Folgen gestopft werden konnte. Auch heute schaue ich diese immer noch mit Begeisterung, aber nach einiger Zeit war es angebracht, sich anderweitig zu orientieren. Man liest ja auch nicht immer nur in seinem Lieblingsbuch. Der Serienhimmel bietet ja noch so viel mehr. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich dieses Jahr folgende Serien bzw. Serienstaffeln konsumiert, die ich mir nun auch kurz zu kommentieren erlaube (ohne dass irgendjemand sich verpflichtet fühlen muss, meine Meinung zu teilen):

  • Arrow (aktuell Staffel 1): Die Serie mit dem mit Abstand bestaussehendsten Hauptdarsteller. Hoher Unterhaltungswert, wenn man sich erstmal auf diese Pfeil-und-Bogen-Nummer eingelassen hat. Das einzige, was mich ein bisschen stört, ist Stephen Amells total unpassende deutsche Weichei-Synchronstimme. Ansonsten Daumen hoch.
  • Dirty Sexy Money (komplette Serie): Was Nettes für zwischendurch mit einem bunten Sammelsurium an Hauptdarstellern, die man aus anderen Serien kennt (Donald Sutherland, William Baldwin, Lucy Liu, Peter Krause, Seth Gabel, Natalie Zea). Leider frühzeitig abgesetzt, daher mit unschönem Cliffhanger-Ende.
  • Fringe (Staffel 5): Schnief. Bye Bye Peter, Olivia, Walter und Co. Die finale Staffel wird nie meine Lieblingsstaffel werden, aber ich bin nach wie vor dankbar für das ordentliche Ende, das diese Serie so verdient hat.
  • Grey’s Anatomy (Staffel 9): …ist ohne Mark Sloan und Lexy Grey nicht mehr das selbe. Zwei meiner Favoriten böse abgeschlachtet, tss. Die Krankenhauswelt plätschert danach weiter so vor sich hin.
  • Homeland (Staffel 1 und 2): Subtile Spannung von Anfang bis Ende mit einer wahnsinnig guten Claire Danes. Bin gespannt auf Staffel 3.
  • House of Cards (Staffel 1 gerade begonnen): Habe gerade erst mit der Sichtung begonnen, hatte aber bereits bei Folge eins, zwei und drei viel Spaß, so dass ich mir noch Großes erhoffe. Kevin Spacey als bitterböser-zynisch-manipulativer Politiker ist mehr als sehenswert. Dieser Mann ist ein Genie.
  • How I Met Your Mother (Staffel 8): Das war mal meine absolute Lieblingsserie, seufz. Staffel 8 war zwar nicht so enttäuschend wie Staffel 7, aber der Lack ist definitiv ab. Hoffen wir, dass Staffel 9 dieser Serie ein würdiges Ende beschert. Die frühen Folgen sind nämlich nach wie vor wirklich großartig.
  • Mad Men (Staffel 1 bis 3): Hochglanzserie um die Werbebranche im New York der 1960er. Ist mir zwischenzeitlich oft zu langatmig, gebe ich ehrlich zu. Da passiert einfach zu wenig, etwas mehr Pep wäre schön. Werde dennoch bei Gelegenheit weiterschauen, wer weiß, was noch kommt in Staffel 4 ff.
  • Private Practice (Staffel 6): Noch so eine letzte Staffel. Friede, Freude, Eierkuchen-Ende für die Schickimicki-Doktoren aus Kalifornien. Habe ich immer gerne geschaut, reicht jetzt aber auch.
  • The Big Bang Theory (Staffel 6): Everybody’s Lieblingsnerds sind schrullig wie eh und jeh und – anders als bei How I Met Your Mother – ist die Geschichte auch nach sechs Staffeln noch nicht ausgelutscht. Ich hab immer noch Spaß und schaue gerne weiter zu, wenn Sheldon jedem völlig ungefragt die Welt erklärt.
  • The Following (aktuell Staffel 1): Ah, Kevin Bacon, ob das so die richtige Entscheidung war? Je mehr Folgen ich schaue, desto abstruser finde ich die Story. Mörder organisiert Sekte online aus dem Knast über den Bibliothekscomputer? Sorry, aber unglaubwürdiger geht’s kaum. Kevin Bacon reisst’s für mich raus, aber ich glaube nicht, dass das die Serie über mehr als zwei Staffeln trägt. Schade, für mich eine der Enttäuschungen des Jahres.
  • The Sopranos (komplette Serie): Da ich dazu gerade erst einen längeren Beitrag verfasst habe, kann ich den Kommentar hier kurz halten und beschränke mich auf ein Wort: Großartig!
  • The Vampire Diaries (Staffel 4): Vampire, Werwölfe, Hexen, Doppelgänger und komische Zwischendinger – da komme ich schon lange nicht mehr hinterher. Wo das Ganze enden soll, ist mir schleierhaft, ich gucke einfach aus Gewohnheit weiter. Und weil Ian Somerhalder auch irgendwie scharf ist.
  • The Wire (aktuell Staffel 2): Ja. Ja, ja, ja. Die Serie hat Potenzial. Staffel eins hat mir sehr gut gefallen. Mit Staffel zwei und dem dazugehörigen neuen Fall freunde ich mich gerade an, mal sehen, was da noch kommt. Definitiv keine Serie zum „Nur-mal-so-nebenbei“-Gucken, hier ist Aufmerksamkeit gefragt. Das gefällt.
  • Twin Peaks (komplette Serie): Hätte ich fast nicht geguckt, weil ich den Hauptdarsteller Kyle MacLachlan in Sex and the City so unfassbar nervtötend fand. Hier in Twin Peaks brilliert er als Agent Cooper aber von Anfang bis Ende. Ein Muss für Mystery-Freunde.
  • Under the Dome (Staffel 1): Auch nach scharfem Nachdenken fällt mir ein Urteil über diese Serie schwer. Die Idee ist spannend – die Umsetzung hat mich aber nicht hunderprozentig überzeugt, was v.a. an den Darstellern liegt. Viele Figuren bleiben arg farblos. Da muss in Staffel zwei mehr kommen.

Alles in allem bin ich mit dem Verlauf des Projektes bis jetzt mehr als zufrieden. Es macht Spaß und ohne meine hilfreiche Liste hätte ich mich bestimmt nie so systematisch an die Sichtung so vieler unterschiedlicher Serien gemacht. Einige, wie z.B. die Sopranos, hätte ich mir vielleicht niemals angeschaut und was hätte ich da verpasst? Ich mag gar nicht daran denken. Es wird also langsam mit der medienwissenschaftlichen Bildung und wer weiß – vielleicht taugt das Ganze doch noch irgendwann mal als Grundlage für ein wissenschaftliches Projekt? :-)